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Buchstabe B


 

 

Blei: blaugraues, weiches Schwermetall mit vergleichsweise u. sprichwörtlich hohem spez. Gewicht. Blei ist ein chemisches Element, Formelzeichen Pb (lat. Plumbum). An der Luft bildet Blei sehr schnell eine mausgraue dichte Oxydationshaut, wodurch sich eine gewisse Beständigkeit dieses Materials ergibt. Auch in seinen Verbindungen ist das Schwermetall Blei stark giftig.

Das wichtigste Bleierz ist der Bleiglanz, der nach dem Rösten (Überführung nach Bleioxyd) früher in Schachtöfen zu Werkblei reduziert wurde (Reduktion, Bleiverhüttung).

Blei ist nach heutigem Erkenntnisstand das erste Metall, das der Mensch bereits 7000 oder sogar 9000 v.Chr. aus Erzen ausgeschmolzen hat. Zunächst diente Blei der Herstellung von Schmuck, Münzen u. Gegenständen des täglichen Bedarfs.

Im antiken Rom entwickelte sich der Werkstoff Blei zu einem Massenprodukt u. fand zur Herstellung von Wasserleitungsrohren Verwendung. Aus Blei getriebene Bleche wurden zur Auskleidung von Bädern u. zum Beschlagen von Schiffswänden benutzt. Ebenfalls setzte man Blei zur Befestigung von Mauerankern ein.

Im Mittelalter fand Blei bei der Verglasung von Kirchen u. Dome (Stege) sowie als Abdeckung von Gebäuden Verwendung. Nach der Erfindung des Schießpulvers um 1320 diente Blei sehr bald zur Herstellung von Munition. Als um 1450 die Buchdruckerkunst Bleilettern einzusetzen begann, ergab sich wiederum ein neues Anwendungsgebiet für den Werkstoff Blei.

Im ausgehenden Mittelalter führte der wachsende Bedarf an Münzsilber zur Entwicklung des Seigerhüttenprozesses, mit dessen Hilfe man durch Zusatz von Blei den Silbergehalt aus Rohkupfer extrahieren konnte (Scheibenreißer).

Blei findet heute in großen Mengen als Material für Kabelummantelungen (biegsam, korrosionsbeständig), im Strahlenschutz (Abschirmung von Röntgen- u. Neutronenstrahlung), als Gefäßmaterial für aggressive Flüssigkeiten (z.B. Schwefelsäure, Salzsäure) u. als Akkumulatorplatten Verwendung.

In Stolberg gab es neben einer Vielzahl von kleineren Bleischmelzen zwei größere Bleihütten (Binsfeldhammer, Münsterbusch), die ursprünglich ihre Bleierze aus den hiesigen Lagerstätten bezogen. Die Bleihütte Binsfeldhammer ist bis auf den heutigen Tag in Betrieb u. arbeitet mittlerweile nach modernsten Verhüttungsverfahren (QSL- Verfahren).

Das in der Hütte Binsfeldhammer hergestellte Hütten-Weich-Blei trug bis 1960 den Handelsnamen ESCHWEILER RAFFINÉ. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Hütte zeitweise der ESCHWEILER GESELLSCHAFT gehörte. Seit 1.1.1961 wird als Handelszeichen der Schriftzug STOLBERG verwendet.


 

 

Bleibtreu: Unterster Hof


 

 

Bleierze: Die wichtigsten Bleierze, die im Stolberger Raum abgebaut u. verhüttet wurden (Reduktion), waren Bleiglanz (Galenit) u. Weißbleierz (Cerrusit), wobei letzteres eine nur untergeordnete Bedeutung hatte.


 

 

Bleiglanz (Galenit): Kubisches Kristallsystem, PbS Bleisulfid. Bleiglanz ist weltweit u. war auch in Stolberg wichtigstes Bleierz. Bleiglanz ist ein Primärerz u. kam in Stolberg in Form idiomorpher Kristalle (Hexaeder, Oktaeder), als derbe Gang-Füllungen u. als Bestandteil der Schalenblende vor. Wie alle sulfidischen Erze musste der Bleiglanz vor der Verhüttung geröstet (Rösten) werden. Reiner Bleiglanz weist einen Bleigehalt von 86.6% auf.

Hauptsächlich im Gebiet des Altenberges kam Bleiglanz auch in Form der Strickblende vor.

Bei der Kristallisation konnten Bleiatome in der Kristall-Gitterstruktur des Bleiglanzes durch Silberatome ersetzt (substituiert) werden. Daher weist Bleiglanz häufig einen gewissen Silber-Gehalt auf. Dieser lag in Stolberg zwischen ca. 100 u. 1300 Gramm Silber pro Tonne Bleiglanz.

Silberperle (Mitte u. rechts),
gewonnen aus einer Werkbleiprobe (links).


 

 

Bleigrube: Schacht im Grubenfeld Breinigerberg


 

 

Bleigrubengang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Breinigerberg.
Erzführung: hauptsächlich Bleiglanz.


 

 

Bleigrubenstockwerk: Stockwerkartiger Erzkörper in der Erzgrube Breinigerberg, Erzführung: stark silberhaltiger Bleiglanz. Das Bleigrubenstockwerk wurde durch Gangerweiterungen des Bleigrubenganges gebildet.


 

 

Bleihütte: Röst- u. Schachtofen-Anlage zur Verhüttung von Bleierzen. (Blei, Bleiverhüttung)

In Stolberg gab es neben einer Vielzahl von kleineren vorindustriellen Bleischmelzen die beiden größeren Bleihütten Binsfeldhammer u. Münsterbusch, die ursprünglich ihre Bleierze aus den hiesigen Lagerstätten bezogen. Die Bleihütte Binsfeldhammer ist bis auf den heutigen Tag in Betrieb u. arbeitet mittlerweile nach modernsten Verhüttungsverfahren (QSL- Verfahren).


 

 

Bleihütte Binsfeldhammer: 1846 von einer franz. Interessengruppe gegründete Bleihütte, die 1848 von der ESCHWEILER GESELLSCHAFT übernommen wurde u. 1926 nach Fusion in den Besitz der STOLBERGER GESELLSCHAFT überging. Ursprünglich bezog die Bleihütte Binsfeldhammer ihre Bleierze aus den hiesigen Erzlagerstätten, verarbeitet heute jedoch ausschließlich auswärtige Erze.


Ehemaliger
Kupferhof
Binsfeldhammer


um 1900


um 1960


um 1970


um 1980


nach 2005

Bleihütte Binsfeldhammer,
Fotos: Berzelius Stolberg.

Die Bleihütte Binsfeldhammer wurde 1970 der BERZELIUS METALLHÜTTENGESELLSCHAFT DUISBURG angegliedert u. trägt seither den Namen (BERZELIUS HÜTTE). Über BERZELIUS u. ab 1990 über die RHEINISCHE ZINKGESELLSCHAFT gehörte die Bleihütte Binsfeldhammer zur METALLGESELLSCHAFT FRANKFURT, bis sie 1995 in den Besitz der amerikanischen Gesellschaft QUEXCO (heute ECO-BAT TECHNOLOGIES) gelangte.

Bis 1990 wurde die Bleihütte Binsfeldhammer als Schachtofen-Anlage mit einer 1956 von der LURGI erbauten Sinterröstung u. mit zwei Schachtöfen der Baujahre 1955 u. 1970 betrieben. Die maximale Leistung betrug 400 t Werkblei pro Tag.

Eine über lange Zeit in Gebrauch gewesene Filteranlage wurde auf Grund der bei der Filterreinigung entstehenden hallenden Schläge im Volksmund Klopphengst genannt.

Seit 1990 findet in der Bleihütte Binsfeldhammer das QSL- Verfahren Anwendung, welches nicht nur wirtsch., sondern vor allem auch umweltverträglicher arbeitet. Vor dem Hintergrund eines allgemein wachsenden Umweltbewusstseins war eine Reduzierung der Schadstoffemissionen von hoher Wichtigkeit, da sich das Unternehmen auf Grund der Schwermetall- u. Schwefeldioxyd- Emission seit Mitte der 60er Jahre zunehmender Kritik ausgesetzt sah (Schwermetallbelastung).

Die Jahreskapazität der Bleihütte Binsfeldhammer beträgt ca. 100.000 t Blei u. 200 t Güldischsilber (Zahlen aus 1993). Damit wird der bundesdeutsche Bleibedarf von der Bleihütte Binsfeldhammer zu rund einem Viertel abgedeckt.

Das in der Bleihütte Binsfeldhammer hergestellte Hütten-Weich-Blei trug bis 1960 den Handelsnamen ESCHWEILER RAFFINÉ. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Hütte ursprünglich der ESCHWEILER GESELLSCHAFT gehörte. Seit 1.1.1961 wird als Handelszeichen der Schriftzug STOLBERG verwendet.


 

 

Bleihütte Luzilia: von der ALLIANZ betriebene Bleihütte im Grubenfeld Büsbacherberg- Brockenberg.


 

 

Bleihütte Münsterbusch: 1846 von der AKT. GES. ZU BLEYBERG ES MONTZEN gegründete Bleihütte, die 1848 von der STOLBERGER GESELLSCHAFT übernommen wurde u. bis 1916 in Betrieb war.

Ihr Standort befand sich am heutigen Schellerweg, gegenüber dem Zinkhütter Hof. Da bei der Verhüttung von Blei als Nebenprodukt auch Silber anfiel (Bleiglanz), trug die Bleihütte Münsterbusch offiziell den Namen Blei- u. Silberhütte.

Links: Reste der alten Bleihütte Münsterbusch, Rechts: Zinkhütte Münsterbusch

Reste der Bleihütte Münsterbusch um 1920


Rechts: Schellerweg mit Bleihütte Münsterbusch


 

 

Bleikammeranlage: Anlage zur Gewinnung von Schwefelsäure aus dem beim Rösten sulfidischer Erze entstehenden Schwefeldioxyd. Die einzelnen Anlagenkomponenten waren wegen der starken Aggressivität der Schwefelsäure mit Bleiblech ausgekleidet, was für diesen Anlagetyp namengebend gewesen ist.

Bleikammeranlagen wurden in Stolberg in unmittelbarer Nähe der Rösthütten hauptsächlich von der Rhenania, in Einzelfällen jedoch auch von den Blei- u. Zinkhütten betrieben.

Eine Bleikammeranlage bestand aus drei oder mehr Bleikammern, einem vorgeschalteten Glover-Turm u. einem nachgeschalteten Gay-Lussac-Turm. Durch die Kombination dieser Anlagenkomponenten konnten auch hochgiftige Restgase wie Stickoxyde u. Schwefeltrioxyd ausgewaschen werden, wobei die Stickoxyde beim Umsatz des Schwefeldioxyds in den Bleikammern als Katalysator wirkten.

Im Glover-Turm trafen die heißen Röstgase im Gegenstrom auf kalte, herabrieselnde Nitrose-Säure (Schwefelsäure, die Stickoxyde enthielt). Aus dieser Schwefelsäure konnten dabei die Stickoxyde als nitrose Gase entweichen u. wurden alsdann zusammen mit den Röstgasen in die nachgeschalteten Bleikammern geleitet. Die heißen Röstgase bewirkten außerdem durch Verdampfen von Wasser ein Aufkonzentrieren der von Stickoxyden gereinigten Schwefelsäure auf etwa 80% (Glover-Säure).

In den Bleikammern wurden die Röstgase durch die katalytisch wirkenden Stickoxyde nach der Zugabe von eingesprühtem Wasser zur sogenannten Kammersäure (ca. 60%-ige Schwefelsäure) aufoxydiert.

Ein Teil der Glover-Säure wurde dem Gay-Lussac-Turm zugeführt u. hier dazu benutzt, alle Stickoxyde aus dem Abgas auszuwaschen. Hierbei handelte es sich einerseits um die Stickoxyde, die im Glover-Turm freigesetzt worden waren u. andererseits auch um die Stickoxyde, die im nachströmenden Röstgas enthalten waren. Die so gebildete nitrose Säure wurde dann wiederum dem Glover-Turm im Kreislauf zugeleitet.

Gay-Lussac-Turm der Bleihütte Binsfeldhammer

 

 

Bleikinder: Stolberger Bleikinder


 

 

Bleiverhüttung: Die Gewinnung von Blei kann auf der Basis sulfidischer oder anderer Erz-Typen (Bleierze) erfolgen, wobei der Bleiglanz die bei weitem bedeutendste Rolle spielt. Auf Grund der häufig vorkommenden Blei- Zinkerz- Paragenese kommen 70 % der Weltbleierzförderung aus Erzlagerstätten, aus welchen sowohl Blei- als auch Zinkerze gefördert werden. Dies gilt bzw. galt auch für die Stolberger Lagerstätten (Schalenblende).

Die Bleiverhüttung erfolgte früher mittels Schachtöfen, die heute (wie auch in Stolberg) zunehmend durch das QSL- Verfahren abgelöst werden. Bevor der Bleiglanz zur Reduktion in den Schachtofen gegeben werden konnte, mussten die Schwefelbestandteile durch Rösten ausgetrieben werden. Das Hierbei als Röstgas freiwerdende Schwefeldioxyd stellte in früherer Zeit ein ernstes Umweltproblem dar, bis es gelang, die Röstgase aufzufangen u. zur Herstellung von Schwefelsäure zu nutzen (Bleikammeranlage).

Insbesondere bei der Verwendung von fein- bis feinstkörnigem Flotationsmaterial (Aufbereitung) war das Sintern, welches ein grobstückiges Röstgut lieferte, von großer Bedeutung. Im Schachtofen nämlich gewährte dessen Schüttung den aufsteigenden Gasen freien Durchlass.

Der Reduktionsprozess lief im Schachtofen ab, der schichtweise mit Röstgut (Sinter) u. Koks beschickt wurde. Die in den Unterofen eingeblasene Luft (Sauerstoffzufuhr) sorgte für Verbrennungstemperaturen von ca. 1250 °C. Die aufsteigenden heißen Reduktionsgase bewirkten ein Aufschmelzen des kontinuierlich nachsackenden Beschickgutes. Im oberen Teil des Ofenschachtes erfolgte bei niedrigeren Temperaturen die eigentliche Reduktion des Röstgutes (Bleioxyd) zu metallischem Blei.

Die im Erzkonzentrat noch enthaltenen Restbestandteile von Gangart wurden ebenfalls erschmolzen u. bildeten flüssige Schlacke, die auf Grund ihres geringeren spezifischen Gewichtes auf dem flüssigen Blei aufschwamm, welches sich im unteren Teil des Schachtofens ansammelte. Die flüssige Schlacke konnte durch ein in entsprechender Höhe angebrachtes Stichloch abgezogen werden.

Bei der Bleiverhüttung mittels Schachtöfen fiel ein staubbeladenes Abgas an, welches erst nach intensiver u. aufwendiger Reinigung dem Kamin zugeführt werden konnte (Klopphengst). Trotz aller Bemühungen ließen sich relativ hohe Emissionen von Schwermetallen (Schwermetallbelastung) nicht vermeiden.

Gegenwärtig findet bei der Bleiverhüttung zunehmend das wesentlich umweltverträglichere QSL- Verfahren Anwendung, welches seit 1990 auch in der Bleihütte Binsfeldhammer im Einsatz ist.


 

 

Blende: Zinkblende


 

 

Blendeverhüttung: Verhüttung von Zinkblende (Rösten, Zinkreduktionsofen).


 

 

Blicksilber: Dokimastik


 

 

Blindschacht: Schacht


 

 

Blumeschacht: 306 m tiefer Wasserhaltungsschacht der Erzgrube Diepenlinchen. Er besaß Bolzenschrotzimmerung u. bis zu einer Teufe von 196 m einen Querschnitt von 2.5 x 3.8 m, darunter 3.3 x 4.3 m. Zur Lösung der gehobenen Grubenwässer war ein ca. 2 km langer, leicht geneigter Verbindungsstollen zwischen der Vichttalsohle u. dem Blumeschacht angelegt. Dieser Stollen traf bei entsprechender Teufe auf den Blumeschacht u. ließ das Wasser durch natürliches Gefälle in den Vichtbach abfließen.


 

 

Blutstein: Hämatit


 

 

Bobine: bergm. A. für eine Rolle (Spule), über welche das bei der Schacht-Förderung verwendete Seil auf- bzw. abgewickelt wird.


 

 

Bocksmühle: Im oberen Indetal gelegene Mühle, die 1646 als Besitz der Abtei Kornelimünster erstmalig Erwähnung fand. Damals wurde die Bocksmühle als Tiefmühle zur Kesselherstellung genutzt, während man sie 1690 als Drahtzug ausgewiesen hatte.

Ab 1810 befand sich dort eine Spinnerei mit Wollwäscherei, die von Johannes Josef Frohn und seinem Schwiegersohn Josef Havenith betrieben wurde. Der untere und mittlere Teil des Gebäudekomplexes wurde 1894 von dem Brander Textilunternehmer Cornel Meurer gekauft, modernisiert und als Spinnerei weiter betrieben. 1906 wurde die Anlage mit der fast neuwertigen Maschinenausrüstung durch einen Brand vernichtet.

Der obere Teil der Bocksmühle wurde im 19. Jh. von der Aachener Tuchmacherfamilie Degive erworben.

Ab 1954 wurden große Teile der Bocksmühle für viele Jahre als Ökonomie (landwirtschaftlicher Betrieb) vom Stolberger Krankenhaus genutzt.


 

 

Böden: Runde Blech-Rohlinge zur Herstellung von Tiefwaren. Die Böden wurden in der Latschmühle aus geschnittenem Plattenmessing durch Hämmern ausgetrieben.

Als man das gegossene Messing später zu Blech auswalzen u. Tiefwaren mittels Drücken herstellen konnte, wurden die kreisförmig zugeschnittenen Blechrohlinge Ronden genannt.


 

 

Bogg: veralteter A. für Hammerstock.


 

 

Brachiopoden: Weichtierähnliche, schalentragende, muschelartige Tierart aus der Familie der Armfüßler. Charakteristisch für die Brachiopoden sind zwei fleischige Kieferarme, die häufig durch kalkige Bildungen (Armgerüst) gestützt sind.

In Stolberg kommen fossile Brachiopoden im Kalkstein vor, wobei insbesondere die Unterart der Speriferen (spiralförmig eingerollte Kieferarme) in den devonischen Kalken auftreten.

Devonische Brachiopoden
aus den Stolberger Kalksteinzügen:

Brachiopoden-
schalen auf Kalkstein:

Brachiopode im Muttergestein:


 

 

Brändgen: Erzgrube im Bereich Burgholz, die zu vorindustrieller Zeit in Pingen- bzw. Packenbauweise betrieben wurde.


 

 

Branntkalk: Kalk


 

 

Brauneisenstein: Limonit


 

 

Brauner Glaskopf: Limonit


 

 

Bredt, Jakob: Regierungsrat u. Unternehmer, der um die Mitte des 19. Jh, insbesondere im Stolberger Raum vielfältige Wirtschaftsaktivitäten betrieb. Um 1845 vertrat Bredt als Bevollmächtigter die Interessen des Grubeneigners (Johann Jakob Langen aus Köln) an der Erzgrube Zufriedenheit. Ab 1846 war Bredt Hauptanteilseigner der Albertsgrube u. übernahm 1847 die Grube Zufriedenheit. Im gleichen Jahr gründete er als Hauptbeteiligter die KOMMANDITGESELLSCHAFT BREDT & CO., aus welcher 1851 die ALLIANZ hervorging.


 

 

Breinig: Seit 1972 zu Stolberg gehörender Stadtteil römischen Ursprungs, der am westl. Rand des Stadtgebietes direkt an einer alten Römerstraße liegt, die von Nordfrankreich (Gallien) nach Köln führte. Der Ortsname ist von der römischen Urform Britaniacum abgeleitet.

Im Bereich der gesamten Ortslage kommen karbonische bzw. devonische Kalksteinzüge vor, welche die Grundlage für intensiven Steinbruchbetrieb bildeten (z.B. Schomet). Diese Steinbrüche lieferten u.a. den Blaustein, der als landschaftstypisches Baumaterial Verwendung fand u. insbesondere im Bereich des modellhaft erhalten gebliebenen Straßenzuges Alt-Breinig das Ortsbild dominiert.

Hauptsächlich im Bereich des Breinigerbergs waren die Kalkzüge in reichem Maße vererzt. Insbesondere die Zinkerze des Galmei-Types wurden bereits von den Römern (römisches Messing) u. in späterer Zeit für die Kupfermeister abgebaut. 1923 grub der Aachener Archäologe M. Schmidt-Burgk im Ortsteil Breinigerberg eine römische Bergarbeitersiedlung aus.

Um die Mitte des 19. Jh. erreichte der Bergbau in Breinig großtechn. Dimensionen. Bedingt durch den Tiefenausbau der Gruben wurden in dieser Zeit in zunehmenden Maße Primärerze gefördert.

Eine ebenfalls bedeutende Rolle spielte der Eisenerzabbau der Grube Cornelia.

Ein deutlicher Hinweis auf die alte Bergbautradition dokumentiert sich in der Wahl der Schutzpatronin der Pfarrkirche, die der heiligen Barbara geweiht ist.


 

 

Breinigerberg: Die nach Diepenlinchen größte u. ergiebigste Erzgrube im Stolberger Raum, welche hauptsächlich auf Zinkerz u. Bleierz baute. Im Bereich des gleichen Erzfeldes gab es bereits während der Römerzeit (insbesondere im 2. u. 3. Jh.) einen für die damaligen Verhältnisse bedeutenden Erzbergbau (römisches Messing). Zur Zeit der Kupfermeister (16. - 19. Jh) wurde durch den Betrieb von Kleinbergbau hauptsächlich Galmei eingewonnen (Erzabbauepochen).

Die Groß-Konzession Breinigerberg entstand im zweiten Viertel des 19. Jh. durch Zusammenlegung von stark zersplittertem Grubenbesitz. Das Grubenfeld lag beidseits der von Nachtigällchen zum dem Ort Breinigerberg führenden Straße, wobei der Hauptteil des Feldes süd-östlich eben dieser Straße lag. Zu Anfang des Großbetriebes gehörte die Grube mehreren Anteilseignern, darunter dem ESCHWEILER BERGWERKSVEREIN (bzw. später ESCHWEILER GESELLSCHAFT), die METALLURGISCHE GESELLSCHAFT (später STOLBERGER GESELLSCHAFT) u. die ALLIANZ.

1853 wurde eine für die damalige Zeit recht aufwendige Aufbereitungs-Anlage errichtet. Nach Auflösung der ALLIANZ gelangte die Grube Breinigerberg 1856 gänzlich in den Besitz der ESCHWEILER GESELLSCHAFT.

Erzgrube Breinigerberg,
Lithographie von Adrien Chanelle.

Der Umfang des Betriebes kam bis 1870 dem der Grube Diepenlinchen gleich. Die Jahresförderung belief sich auf 3.000 bis 6.600 t bei einer Belegschaftsstärke von über 500 Leuten. Die Grubenbaue erreichten eine Teufe von 105 m, so dass im Gegensatz zu Diepenlinchen, ein Großteil der geförderten Erze der Galmeiparagenese angehörte. Erst in den späteren Betriebsjahren spielten die Primärerze eine größere Rolle.

Während der Kriegsjahre 1870/71 kam der Grubenbetrieb völlig zum Erliegen, wurde jedoch 1881 nach einjähriger Vorbereitungszeit nochmals aufgenommen. Die endgültige Schließung erfolgte 1883. Ausschlaggebend für die Grubenschließung waren, wie häufig bei den Stolberger Gruben, Probleme mit der Wasserhaltung sowie die Tatsache, dass man während der Kriegsjahre nicht in der Lage gewesen war, teilweise noch vorhandene Erzmittel für den Abbau vorzurichten.

Das Grubenfeld Breinigerberg stellt sich heute als ausgeprägte Pingen- Landschaft dar. Auf Grund der zu Tage tretenden Kalkstein- Formationen hat sich hier der typische Kalkmagerrasen entwickelt. Dort, wo die Erze an der Tagesoberfläche anstehen (Ausbiss) bzw. durch anthropogene Umlagerung dorthin gelangten, ist das Gebiet von der regionaltypischen Galmeiflora überprägt.

Nach Aufgabe der Grube ließ man das Gelände (wie damals üblich) als Industriebrache liegen, ohne sich auch nur im geringsten um Rekultivierung zu kümmern. Es entstand eine wenig geschätzte Ödlandfläche, die im Volksmund verächtlich als Balkan bezeichnet wurde.

Ödlandrelikte mit spärlicher bzw. lückenhafter Vegetationsdecke im Bereich des Schlangenberges.
Fotos: R. Ethen

Bis in die späten 1980er Jahre ist das Gelände militärisch als Übungsplatz genutzt worden. Durch das zwischenzeitlich gewachsene ökologische Bewusstsein begann man, den Wert der hier vorkommenden, endemischen Vegetationsformen (Kalkmagerrasen u. Galmeiflora) zu erkennen u. stellte das Gebiet um den Schlangenberg Anfang der 90er Jahre unter Naturschutz.

Anders als bei allen anderen Erzgruben im Stolberger Raum sind die Erzmittel der Grube Breinigerberg ausschließlich im devonischen Eifelkalk eingelagert.

Soweit die Schächte der Grube Breinigerberg Eigennamen trugen, sind diese wie folgt aufgelistet:

Bleigrube, Brett, Duhm, Emilie - Maria, Fetis, Gosselin, Haas I u. II, Henriette, Hermannstein I u. II, Hillmann, Karl, Keller, Königreich, Lintert, Loenie, Lohkuhl, Quarsack I II u. III, Schlangenberg I u. II, Schleicher, Steffens, Toschee I u. II, Wasserbund.

Die Erzkörper trugen ebenfalls häufig Eigennamen, wobei die Namen der Erzmittel oft mit der Benennung der sie aufschließenden Schächte identisch waren:

Adolphsgang, Bernhardgang, Bleigrubengang, Bleigrubenstockwerk, Brennesselgang, Duhmgang, Eickhold-Nester, Erzgrubengang, Gosselingang, Haasgang, Heinrichstockwerk, Hermannsteingang, Hillmannsgang, Königreichgang, Lintertgang, Lohkuhlgang, Macnamaragang, Nagelmackersgang, Quarsackgang, Rainbeauxgang, Schafberggang, Schlüsselgang, Schmittchengang, Schmitzgang, Schnellewindgang, Schwefelkiesstockwerk, Toschée-Stockwerk, Wolfsgrubegang.


 

 

Breitgang: Steinkohle- Flöze


 

 

Brekzie: Gesteinsart, die aus eckigen, scharfkantigen Bruchstücken eines Gesteins oder eines Minerals besteht, wobei die einzelnen Trümmerstücke durch toniges, kalkiges oder kieseliges Bindemittel verkittet sind. Im Gegensatz zum Konglomerat wurden bei der Brekzie die Trümmer vor der Verkittung wenig oder überhaupt nicht verfrachtet, so dass die einzelnen Körner scharfkantig blieben.

Gelegentlich kamen in Stolberg brekziöse Schalenblenden vor. Entsprechend ihrer Entstehung können diese den Verwerfungs- Brekzien bzw. den Gang- Brekzien zugeordnet werden.


 

 

Brennen: Erhitzen von meist festen Substanzen zur Erzielung einer stofflichen Änderung.

In Stolberg war der A. des Brennens im Zusammenhang mit Galmei (Kalzinieren), mit Messing (Zementation) u. mit Kalk gebräuchlich.


 

 

Brennen des Galmeis: Kalzinieren


 

 

Brennessel (Brennehsel Brennesstel): Erzgrube im Bereich Burgholz, die zu vorindustrieller Zeit in Pingen- bzw. Packenbauweise betrieben wurde.

Diese Grube dürfte auch namengebend für die spätere Bezeichnung Brennesselgang bzw. -stockwerk des Erzbergwerkes Diepenlinchen gewesen sein.


 

 

Brennesselgang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Diepenlinchen, der vom Brennesselstockwerk ausging.

Erzführung: in den oberen Teufen Galmei u. Bleiglanz, in den unteren fast nur Blende.

Einen gleichnamigen Erzgang gab es auch in der Erzgrube Breinigerberg.


 

 

Brennesselstockwerk: Stockwerkartiger Erzkörper in der Erzgrube Diepenlinchen u. zugleich größter u. ergiebigster Erzkörper im gesamtem Stolberger Erzabbaugebiet.

Erzführung: in den oberen Teufen Galmei, Bleiglanz, Weißbleierz u. Schwefelkies, in den unteren fast nur noch Blende.


 

 

Bretanier: Gießstein aus geglättetem Granit zum Gießen von Messingplatten (Messing - Herstellung, Plattenmessing).


Bretanier vom Untersten Hof


Messing - Gießhalle
nach Krünitz (unten links: Bretanier)


Ausschnitt mit Bretanier

Die Bretanier wurden in den Häfen der Bretagne verladen, wovon sich auch die damals umgangssprachliche Bezeichnung ableitet. Der eigentliche Ursprung dieser Steinplatten waren Steinbrüche in der Normandie.

Da die aus Bretaniern hergestellten Formen für eine Vielzahl von Gießvorgängen eingesetzt werden konnten, ließe sich bei diesem Verfahren auch von Kokillenguss sprechen. Allerdings wurden bei dem später üblichen, eigentlichen Kokillenguss Eisenformen eingesetzt.

Gegossene Messingplatte zwischen zwei Bretaniern
Modell- Installation im Industriemuseum
Zinkhütter Hof


 

 

Bretanische Steine: Bretanier


 

 

Brett: Schacht im Grubenfeld Breinigerberg


 

 

Brockenberg: Erzfeld südöstlich von Büsbach, welches zusammen mit dem Büsbacherberg konzessioniert war (Hinweise bezügl. der Grubenentwicklung siehe Büsbacherberg).

Die auf dem Grubenfeld Brockenberg heute anzutreffende Galmeiflora ist hinsichtlich der Populationsdichte von Galmeiveilchen u. Grasnelke mehr als bemerkenswert u. liegt dort in erheblich reinerer Form vor, als dies an flächenmäßig größeren u. bekannteren Standorten (Schlangenberg) zum Teil der Fall ist. Die Galmeiflur am Brockenberg ist jedoch nicht nur bezüglich ihrer idealtypisch ausgebildeten Zinkpflanzengesellschaft interessant, sondern stellt zugleich auch eines der letzten, halbwegs erhaltenen Erzschürfgebiete aus vorindustrieller Zeit dar. Das stark zerfurchte Gelände wäre somit auch als montanhistorisches Zeugnis durchaus schützenswert.


 

 

Broyeur: Kollergang


 

 

Buchacker: Gewerke der 1809 verliehenen Konzession Diepenlinchen.


 

 

Burg Stolberg: Burg-artige Anlage, deren Ursprünge bis ins 12. Jh. zurückreichen. Der 1118 erstmals genannte Edelherr (Ritter) Reinardus von Stalburg dürfte am Standort der heutigen Burg spätestens 1156 eine einfache, möglicherweise befestigte Hofanlage besessen haben. Besagter Reinardus von Stalburg war auch namengebend für den Ort und die spätere Stadt Stolberg.

Um 1450 errichtete Wilhelm von Nesselrode als Lehensmann des Grafen von Jülich anstelle der mittlerweile nicht mehr vorhandenen Hofanlage einen Festungsbau mit mächtigem Bergfried. Nach Westen schloss sich der Palasbau an, welcher mit einem Torbau mit Turm flankiert war. Diese Anlage hatte bereits große Ähnlichkeit mit dem heutigen Erscheinungsbild.

Nach 1542 wurde das Palasgebäude nach einem Brand von Hieronymus von Effern mit Treppengiebeln ausgestattet.

Im 17. u. 18. Jh. war die Burg dem Verfall preisgegeben, ein Erdbeben richtete 1756 insbesondere am Bergfried großen Schaden an. Später wurde die Anlage teilweise als Steinbruch missbraucht.

1888 ersteigerte der Stolberger Fabrikant Moritz Kraus die stark verfallene Burg u. ließ sie von dem Kölner Architekten Müller-Grabe entsprechend dem Geschmack der damaligen Zeit mit vielen romantisierenden Stilelementen des Historismus (Zinnenkränze usw.) wieder aufbauen. Wenngleich sich über den stilistischen Wert dieses Wiederaufbaus streiten lässt, ist es zweifelsfrei das Verdienst von Moritz Kraus, dass die eindrucksvolle Anlage erhalten blieb. 1907 schenkte Moritz Kraus die wiederaufgebaute Burg den Stolberger Bürgern als unverkäufliches Erbe.

 
 Moritz Kraus

Schwere Beschädigungen während des 2. Weltkrieges machten eine weitere Renovierung erforderlich, in deren Verlauf die stilwidrigen Zutaten abgetragen wurden. Das äußere Erscheinungsbild des zentralen Baukörpers entspricht heute weitgehend dem Bauzustand, der um die Wende vom 17. zum 18 Jahrhundert vorhanden war und erfüllt somit wieder den Anspruch historischer Authentizität.

Stolberger Burgherren im Überblick:


 

 

Burgberg: Höhenzug am südl. Ortsausgang von Vicht (Erzfelder)


 

 

Burgholz: Ehemals größtenteils bewaldetes Gelände südl. des Hammerbergs zwischen Vichtbach, Mausbach u. Werth. Schon zu vorindustrieller Zeit befanden sich im Burgholz zahlreiche Erzgruben, die auf Galmei, Bleierz, u. Brauneisenstein bauten u. entsprechend der damaligen Gegebenheiten in Pingen- bzw. Packenbauweise betrieben wurden. Die einzelnen Erzgruben im Burgholz waren unter anderem:

An der Derichshecken, Auf der Schroiffen, Auth-Busch (Orthbusch), Brändgen, Brennessel (Brennehsel Brennesstel), Diepen Liengen (Diepenlinchen), Ööck, Schwarze Grube, Weißenberg (Weihsenberg) u Werk am Frösch.


 

 

Burgholzer Mulde: Talförmiger Geländeeinschnitt (Mulde) zwischen Hammerberg u. Ravelsberg.


 

 

Burgstüttgen: Rotsch


 

 

Büsbach: Westl. des Vichttaleinschnittes gelegener Stadtteil von Stolberg, der aus einer fränkischen Siedlung aus dem 9. Jh. entstanden ist u. zur Reichsabtei Kornelimünster gehörte. Nach der Säkularisierung der Abtei war Büsbach bis 1935 eigenständige Gemeinde.

Büsbach liegt auf einem aus Kohlenkalk bestehenden Kalksteinzug, der bis auf den heutigen Tag die Grundlage für intensiven Steinbruchbetrieb bildet (Atzenach).

In der Vergangenheit wurde die Entwicklung des Ortes maßgeblich durch vorindustriellen Bergbau auf Galmei beeinflusst, der hauptsächlich in den Gemarkungen Büsbacherberg, Brockenberg u. Liester betrieben wurde. Im Bereich der heutigen Bischofstr. befand sich eine der größten vorindustriellen Pingen unserer Region.

Um die Mitte des 19. Jh. versuchte man dort einen großtechn. Bergbau aufzuziehen, jedoch waren die hier angefahrenen Erzmittel kaum bauwürdig, so dass man den Grubenbetrieb einstellte (Luzilia-Schacht, Lillaschacht).


 

 

Büsbacherberg u. Brockenberg: In Büsbach bzw. an dessen Peripherie gelegenes Erzfeld. Die außerordentlich reichen Galmeilager wurden in vorindustrieller Zeit bereits weitgehend zur Herstellung von Messing abgebaut (Kupfermeister). Die damals hier angelegten Pingen hatten entsprechend der Größe der anstehenden Erzkörper beträchtliche Ausdehnungen, wobei die Hauptpinge Abmessungen von 200 x 80 m u. eine maximale Teufe von 40 m erreichte.

Im Oktober 1830 wurde die Grube neu konzessioniert u. seit 1847 von der KOMMANDITGESELLSCHAFT BREDT & CO. betrieben. Ab ihrer Gründung (1851) war die ALLIANZ alleinige Inhaberin.

1846 wurde, ausgehend von der Talsohle des Vichtbachs, ein Stollenvortrieb angesetzt, der neue Erzmittel erschließen u. eine Ableitung der zufließenden Grubenwässer ermöglichen sollte. Dieser Stollen erreichte eine Länge von 310 m. Gleichzeitig wurden zwei Schächte, der Luziliaschacht (80 m Teufe) auf dem Büsbacherberg (heutiges Betriebsgelände der Firma Wimmer an der Bischofstr.) u. der Lillaschacht (53 m Teufe) auf dem Brockenberg abgeteuft. Das um 1850 unmittelbar neben dem Lillaschacht errichtete Grubengebäude mit Maschinenhaus steht heute noch auf der Höhe des Brockenbergs u. wird als Wohnhaus genutzt.

Es stellte sich allerdings heraus, dass die Lagerstätte nicht bauwürdig war, u. der Grubenausbau wurde nach erheblichen finanziellen Verlusten aufgegeben.

Dies verschlechterte natürlich drastisch die Ertragslage der ALLIANZ u. bildete den Hauptgrund für deren Auflösung. Hiernach übernahm die STOLBERGER GESELLSCHAFT den Grubenbetrieb u. erwarb bis 1869 alle Anteile der Grube Büsbacherberg. Damals bildete Brauneisenstein das Hauptförderprodukt. Der Grubenbetrieb wurde 1889 eingestellt.

Soweit die angefahrenen Gänge Eigennamen trugen, sind diese wie folgt aufgelistet:

Gang am Liester, Gang am Sandloche, Gang am Luziliaschacht, Gang am Lillaschacht


 

 

Buschend: Grubendistrikt im Eschweiler Kohlberg.


 

 

Buschmühle: Ehemalige Kupfer- bzw. Messing-Mühle im Indetal an der Verbindungsstraße (Cockerill Straße) zwischen Münsterbusch u. Eilendorf.

Das alte, noch vorhandene Herrenhaus trägt im Wappenstein die Jahreszahl 1573. Eine Verwendung der Anlage als Kupfermühle dürfte deutlich später erfolgt sein. Seit Mitte des 18. Jh. wurde die Buschmühle als Doppelhofanlage (obere Buschmühle südlich und untere Buschmühle nördlich der heutigen Straße) zur Verarbeitung von Messing betrieben. Noch zu Anfang des 19. Jh. war im Bereich der oberen Buschmühle ein wassergetriebenes Messingwalzwerk installiert.

In der ersten Hälfte des 19.Jh. wurde das Messinggewerbe in beiden Teilen der Buschmühle von der Textilfabrikation abgelöst.

Obere Buschmühle:

Untere Buschmühle:

 


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