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Varnenum


Vicht


Vichttaler Eisen


Vichttaler Eisenstein


Vogelsangkirche


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Heimatkunde

Buchstabe V


 

 

Variszische Orogenese: Orogenese


 

 

Varnenum: Tempelbezirk zwischen Kornelimünster und Breinig, der in vor-römischer Zeit lange vor der Zeitenwende als keltische Kultstätte entstanden ist.

Verehrt wurden hier Deus (Gott) Varneno (oder Verno), welcher namengebend für die Gesamtanlage war und Dea (Göttin) Sunuxsal. Letztere war, wie schon der Name vermuten lässt, eine Stammesgöttin der hier lebenden Sunuker.

Die stark polytheistisch ausgerichtete Weltanschauung der im 1. Jh. vordringenden Römer führte dazu, dass die lokalen Weihestätten und die hier verehrten lokalen Gottheiten auch von den Römern übernommen und akzeptiert wurden.

Hinsichtlich der Baugeschichte lassen sich insgesamt vier Entwicklungsperioden erkennen. Als augenfälligster Einschnitt muss das Jahr 70 n. Chr. gelten, als die gesamte Anlage durch einen Brand zerstört wurde.

In der vorhergehenden Periode II existierten zumindest bereits Kernbauten der beiden heute teilrestaurierten Haupttempel. Südlich der Haupttempel befanden sich einige quergelagerte Gebäude, in welchen bei den jüngsten Ausgrabungen (1989) einige Feuerstellen nachgewiesen wurden. Daher nimmt man an, dass diese Gebäude ursprünglich als Priesterwohnungen gedient haben.

Unmittelbar nach dem Brand wurde die Anlage in erweiterter Form wieder aufgebaut. Im Zuge dessen wurden die ehemaligen Priesterhäuser umgestaltet, um als Außen- bzw. Nebentempel genutzt zu werden.
Aus den beiden letzten Bauperioden stammt auch die umliegende Siedlung, der sogenannte VICVS.

Nach ersten Ausgrabungen kurz nach 1900 wurde der zentrale Tempelbereich 1989 erneut freigelegt und teilrestauriert.

 Fundamente der Anlage bei den 1989 durchgeführten Ausgrabungsarbeiten.


 

 

Velau: Kupferhof im Bereich der auch heute noch unter gleichem Namen bekannten Flur am unteren Vichtbach. Der damals im Besitz des Matthias Leonhard Schleicher befindliche Kupferhof wurde 1819 von seinem Besitzer zur ersten Zinkhütte in Stolberg umgebaut (Zinkhütte Velau).

Hierdurch zog Schleicher die Konsequenz aus den neuen technologischen Möglichkeiten, die auch die Messing-Herstellung entscheidend beeinflussten (Zinkhütten). Der Standortvorteil, der bisher durch die Nähe der Zinkerz- Lagerstätten für die Messingindustrie in Stolberg gegeben war, wurde durch die Verfügbarkeit von metallischem Zink eliminiert, da man nunmehr, anders als dies beim Galmei praktikabel gewesen war, das hier hergestellte Zink ebensogut zu den Kupferhütten transportieren konnte.

Der Begriff Velau ist eine Kombination aus dem franz. Wort "vallée" für Tal und dem deutschen Ausdruck "Aue" u. kann somit als Talaue verstanden werden.


 

 

Veldtmühle: Feldmühle


 

 

Veltheim-Schacht: James-Grube


 

 

Vennhut: Forstbezirk zwischen Lammersdorf, Jägerhaus u. Zweifall (Gewäld).


 

 

Venwegen: Am südwestl. Rand des Stadtgebietes gelegener Ortsteil von Stolberg, der 1972 eingemeindet wurde.

Ganz in der Nähe von Venwegen befinden sich dickbankige karbonische Kalkstein-Formationen (Blaustein), welche die Basis für mehrere Steinbruchbetriebe bilden.


 

 

Verbotener Kropp: Sandgewand, geol. Störung.


 

 

Verdrängungslagerstätte: Metasomatose


 

 

Vereinigte Blei- und Zinnwerke Binsfeldhammer: 1914 gegründetes Tochterunternehmen der STOLBERGER ZINK mit Firmensitz unmittelbar unterhalb der Bleihütte Binsfeldhammer. Nach Schließung der Zinkhütte Münsterbusch wurde der Firmensitz der Vereinigte Blei- und Zinnwerke dorthin verlagert.


 

 

Vereinigte Centrum: Centrum


 

 

Vereinigte Kettenfabrik: Von Hubert Kever, Jakob Münch u. Werner Fleuster 1907 in der Schartstr. gegründetes Unternehmen zur Herstellung von Ketten. 1912 wurden die Betriebsstätten kurz unterhalb des Bernardshammers eingerichtet, wo sich das Unternehmen auch heute noch befindet.


 

 

Vereinigter Bastenberg und Dörnberg: Rheinisch- Westfälischer Bergwerksverein


 

 

Vererzung: Ausfüllung von Hohlräumen u. Poren im Nebengestein durch eingedrungene, manchmal auch imprägnierte Erze.


 

 

verhütten: Das kommerziell betriebene Ausschmelzen von Metallen aus Erzen. Im Gegensatz hierzu gehört das Aufschmelzen von Proben zu Analysezwecken in den Bereich der Dokimastik.

Im Stolberger Raum wurden hauptsächlich Zink (Zinkdestillation), Blei u. Eisen (Hochofen) verhüttet.


 

 

Verhüttung: verhütten


 

 

Versatzmaterial: Taubes Gestein, welches weder genutzt noch gefördert, sondern zum Auffüllen ausgebeuteter Grubenbaue (Tagebaue oder Stollen) Verwendung findet. Durch das Auf- bzw. Ausfüllen von untertägigen Hohlräumen ergaben sich kürzeste Transportwege für die Berge. Fernerhin konnte hierdurch ein Niederbrechen der ausgeerzten Stollen weitestgehend vermieden werden.


 

 

Verwerfung: Relativbewegung einer Gesteinsscholle an einer Gesteinsfuge, die senkrecht bzw. geneigt zur Schichtung verläuft oder das Ergebnis hiervon. (Störung)


 

 

Verwitterung: Der im Bereich der Erdoberfläche vor sich gehende, stetige Zerfall von Gesteinen. Je nach Art der Verwitterung unterscheidet man:

  1. Mechanische oder physikalische Verwitterung:
    • Temperaturverwitterung (hohe Unterschiede zwischen Tag- u. Nacht- Temperatur).
    • Frostverwitterung (Frostsprengung).
      .
  2. Chemische Verwitterung:
    Gesteinszersetzung (Auflösung) durch Wasser, meist verstärkt durch im Wasser enthaltenen Säuregehalte (z.B. Kohlensäure). Ein typisches Beispiel für die chemische Verwitterung ist der Karst.
    .
  3. Biologische Verwitterung:
    Hervorgerufen durch Wachstumsdruck von Pflanzenwurzeln (Wurzelsprengung).

Augenfällige Phänomene der Verwitterung u. Erosion in unserer Region sind Bachschotter bzw. Bachsande sowie Konglomerate.


 

 

Vicht: Südl. des ursprünglichen Stadtgebietes im oberen Vichttal gelegener Ortsteil von Stolberg, der bis 1972 zur eigenständigen Gemeinde Gressenich gehörte.

Die Entwicklung des Ortes wurde entscheidend durch die Reitmeister u. deren Eisenhüttengewerbe geprägt. Grundlage dieses Eisenhüttengewerbes waren der lokal vorkommende Vichttaler Eisenstein, die Wasserkraft der Vicht (zum Antrieb von Hammerwerken, Blasebälge u. Pochwerken) sowie die waldreiche Umgebung (Kohlholz).

Ursprünglich entwickelte sich die alte Ortslage (heutiges Unterdorf) um die Vichter Hütte. Parallel hierzu entstanden anfangs noch eigenständige Siedlungsweiler um das Stollenwerk (heutiges Oberdorf) sowie um das Henneswerk. Aus diesen Siedlungskernen bildete sich die heute geschlossene, langgezogene Ortslage im Tal des Vichtbaches.

Vichter Kirche


 

 

Vichter Amtshaus: Bergmeister


 

 

Vichter Hütte: Ehemaliges Reitwerk mit zugehörigem Hammerwerk (Konradshammer), das sich nördl. der heutigen Leuwstr. (hinter dem Nepomuk-Bildstock) befand.

Die Vichter Hütte dürfte bereits um 1500 in Betrieb gewesen sein; für das Jahr 1529 sind Lieferungen von Eisen urkundlich erwähnt.

1644 erwarb Jeremias Hoesch II vom Junkershammer drei Tage Reitwerk an der Vichter Hütte u. 1648 weitere sechs Tage. Der Hauptgrund für diese Erwerbungen lag in der damit verbundenen Berechtigung auf Kohlholz, die Hoesch auf den Junkershammer zu übertragen gedachte, wo er seine Eisenproduktion konzentriert hatte.

1648 erwarb auch Bernard Momma insgesamt 12 Tage Reitwerk an der Vichter Hütte. Wegen der von Hoesch geplanten Nutzungsverlagerung kam es zwischen diesem u. Momma zu Auseinandersetzungen. 1651 veräußerte Momma seine Anteile an Hoesch, der nunmehr die angestrebte Produktionsverlagerung bewerkstelligen konnte.

1655 hatten die Gebrüder Peter u. Adam Sieß die Genehmigung erhalten, auf dem alten Konradshammer einen Drahtzug einzurichten. Obschon die Verhüttung ruhte, erhoben die neuen Besitzer u. deren Nachfolger Anspruch auf die alte Holzkohle-Berechtigung, was zu längeren Streitigkeiten mit der Familie Hoesch führte. Gegen Ende des 17. Jh. kam die die alten Rechte wieder in den Besitz von Jeremias Hoesch III. Zu Anfang des 18. Jh. wurde die Vichter Hütte als Kupfermühle genutzt.


 

 

Vichttaler Eisen: Auf der Grundlage der heimischen Eisenerz-Lagerstätten (Vichttaler Eisenstein, Limonit), der verfügbaren Wasserkraft (Antrieb von Blasebälgen, Hammerwerken u. Pochwerken) u. des Holzreichtums der angrenzenden Eifelwälder entwickelte sich in den Taleinschnitten der oberen Vicht u. Wehe (Vicht, Zweifall, Mulartshütte, Schevenhütte) eine Eisenhüttenindustrie mit einer Vielzahl von Reitwerken, die von den Reitmeistern betrieben wurden. Der Holzreichtum der Eifelwälder war insofern von Bedeutung, als dass hier die zur Eisenverhüttung (Hochofen) erforderliche Holzkohle gewonnen werden konnte.

Zwei Weistümer der Reichsabtei Kornelimünster sowie weitere Indizien legen den Schluss nahe, dass in unserer Gegend (insbesondere im oberen Vichttal) im 13. Jh. bereits Eisen verhüttet wurde. Demzufolge muss sich der Wandel vom Stückofen zum Hochofen auch in der hiesigen Gegend vollzogen haben.

Zeitgleich fand aber auch noch Eisenverhüttung in Rennöfen statt, die vorwiegend im bäuerlichen Nebenerwerb betrieben wurden.

Die professionelle Verhüttung u. Verarbeitung von Eisen erfolgte im oberen Vichttal (Vicht, Zweifall, Mulartshütte) sowie im Wehebachtal (Schevenhütte) durch die Reitmeister (Reitwerk), wobei der hiesige Brauneisenstein u. der Vichttaler Eisenstein verhüttet wurden.

Eine gewisse Rolle spielte die Herstellung von Nägeln jeglicher Art. Das Schmieden der Nägel erfolgte in Heimarbeit und wurde überwiegend von den im Tal ansässigen Bauern im Nebenerwerb betrieben, wobei die Reitmeister geschnittene Eisenstreifen als Rohmaterial lieferten und ebenfalls für den Vertrieb der Fertigware zuständig waren.

Handgeschmiedete Nägel, erkennbar am viereckigen, mehr oder weniger quadratischen Querschnitt der Schäfte.

Das Eisenhüttengewerbe erlangte im Stolberger Raum durchaus überregionale Bedeutung, bis zu Anfang des 18. Jh. die Holzkohle knapp u. teuer wurde (Kohlzirkelstreit).

Die stark eingeschränkte Verfügbarkeit der Holzkohle behinderte nicht nur im Stolberger Tal die Entwicklung des Eisenhüttengewerbes. Im Vichttal kam allerdings der Umstand erschwerend hinzu, dass die Reitmeister direkt mit den Kupfermeistern um die Holzkohle konkurrierten, wobei letztere sich in einer wesentlich stärkeren wirtsch. Position befanden u. die steigenden Holzkohlepreise eher toleriern konnten. Dies führete dazu, dass bestehende Eisenwerke oft zusammen mit den dazugehörenden Wasser- oder auch Kohlrechten in zunehmendem Maße umgewidmet u. vom Messing-Gewerbe übernommen wurden. Hierdurch wurde das Eisenhüttengewerbe teilweise verdrängt u. die Reitmeisterfamilien (insbesondere deren Söhne) verlagerten ihre Betätigungsfelder (teilweise durch Einheirat) in die Eisenerzgebiete der Eifel (Kalltal, Schleidener Tal).

Restbestände des Eisenhüttengewerbes konnten sich im Vichttal noch bis zum 19. Jh. halten, die meisten der existierenden Hammerwerke jedoch wurden von den Kupfermeistern für die Verarbeitung von Messing übernommen.


 

 

Vichttaler Eisenstein: Sandiger Tonstein mit feinstverteiltem Limonit-bzw. Hämatit-Gehalt unterschiedlicher, meist recht geringer Konzentration. Vichttaler Eisenstein wurde früher in Obervicht, Zweifall, Mulartshütte, Rott, Friesenrath u. Hahn als Eisenerz abgebaut u. verhüttet. Trotz seines geringen Eisengehaltes bildete der Vichttaler Eisenstein, zusammen mit sporadisch auftretenden, reicheren Limonit-Konkretionen u. den Limonitmitteln aus der Oxydationszone der Zink-, Blei-, Eisen- Erzparagenese die Erzbasis für die Vichttaler Eisenhüttenindustrie (Vichttaler Eisen).

Der geringe Eisengehalt des Vichttaler Eisensteins war einer der Hauptgründe dafür, dass eine Verhüttung unrentabel wurde u. das Vichttaler Eisenhüttengewerbe im 19. Jh. stark zurückging.

Der Vichttaler Eisenstein fand häufig auch als Baumaterial Verwendung u. dominierte im Bereich seines Vorkommens das Erscheinungsbild der alten, bruchsteingemauerten Ortkerne (z.B. Zweifall).

 
Apfelhofstr.


Döllscheidterstr.

 
Kornbendstr.


Kornbendstr.
 

Reitmeister-
Architektur in
Zweifall


 

 

Vichttalplan: Übersichtskarte des Vichttales aus den Jahren 1546/48 von E. v. Walschaple.


 

 

Vichter Konglomerat: Konglomerat


 

 

Vieille Montagne: Kurzbezeichnung für SOCIÉTÉ ANONYME DES MINES ET FONDERIES DE ZINC DE LA VIEILLE MONTAGNE (Gruben- u. Zinkhüttengesellschaft Altenberg). Die Vieille Montagne wurde 1837 von der Familie Mosselmann gegründet, als im Gebiet des Altenberges (ähnlich wie zu gleicher Zeit im Stolberger Raum) großtechn. Abbau möglich wurde. Die Vieille Montagne betrieb in Kelmis (La Calamine) eine Zinkhütte. Zur Sicherung der Erzbasis wurden die Bergbauaktivitäten nach 1850 ausgedehnt. Insbesondere im Osten von Köln (Bensberg) fuhr die Vieille Montagne Großgruben zur Gewinnung von Zink- Blei- Erzen auf. Die Zinkhütte in Kelmis stellte 1885 ihren Betrieb ein.


 

 

Viola lutea ssp. calaminaria: Galmeiveilchen


 

 

Violentum calaminariae: Galmeiflora


 

 

Vogelsang: Ehemaliger, von Leonhard Schleicher u. seinen Söhnen vor oder um 1600 gegründeter Kupferhof an der heute gleichnamigen Str. in der Altstadt.


 

 

Vogelsangkirche: Die Vogelsangkirche und die Finkenbergkirche gehören zu den ältesten evangelischen Gotteshäusern links des Niederrheins. Sie wurde in den Jahren 1647/48 von der lutherischen Gemeinde erbaut und hat ihre schlichte, aber sehr ansprechende Gestalt bis heute bewahrt.


Radierung von A. Holler
 


Foto:
Lea Bongard
 


 

 

von Asten: Ursprünglich in Aachen ansässige Kupfermeister-Familie, die auf Grund der Konfessionsstreitigkeiten 1653 Aachen verließ u. sich in Stolberg ansiedelte. Arnold von Asten besaß hier bereits seit 1648 einen Kupferhof u. sein Bruder Johann erbaute 1658 den Kupferhof Frankental.

Die Familie von Asten hielt u.a. Anteile am Dollartshammer u. war auch hier über Generationen tätig.

Julius von Asten gründete 1858 zusammen mit Christian Lynen die Firma VON ASTEN & LYNEN, wobei von Asten eine deutliche Mehrheitsbeteiligung innehatte. Dieses Unternehmen war 1933 an der Gründung der STOLBERGER METALLWERKE beteiligt.


 

 

von Asten & Lynen: Durch Julius von Asten u. Christian Lynen 1858 gegründetes Messing-Werk auf dem alten Kupferhof Frankental. An diesem Unternehmen hielt von Asten eine deutliche Mehrheitsbeteiligung.

1875 betrieb von Asten & Lynen in der Kuhklau eine Metallwarenfabrik. 1883 wurde gegenüber dem Kupferhof Frankental an der damaligen Feldstr. (heute Kupfermeisterstr.) eine Walzenstraße mit anfangs 2 u. später 3 Walzgerüsten mit Dampfbetrieb errichtet.

Kurz nach der Wende vom 19. zum 20. Jh. wurde die Produktion vom Kupferhof Frankental gänzlich zu den neu erstandenen Betriebsstätten auf der gegenüberliegenden Straßenseite verlagert. 1897 kam hier das Strangpressverfahren zur Herstellung von Messing-Stangen u. Drähten erstmals in Deutschland zur Anwendung. Ein gemeinsam mit der Firma Aschenbach (Firmensitz kurz bei Siegen) entwickeltes Trio-Warmwalzwerk wurde 1921 bei von Asten & Lynen installiert u. stellte die erste Anlage dieser Art in Deutschland dar. 1931 wurden die ersten Band-Glühöfen, auch Durchziehöfen genannt (Glühen), in Betrieb genommen, die gemeinsam mit der Firma Junker entwickelt worden waren.

Von Asten & Lynen war 1933 an der Gründung der STOLBERGER METALLWERKE beteiligt.


 

 

Vorfeuer: Auf dem Kopf eines Meilers entfachtes Feuer, dessen Glut in den Feuerschacht gegeben wurde. Als Brennstoff für das Vorfeuer wurde Holzkohle u./oder unvollständig durchgekohltes Holz (Stubben) verwendet.


 

 

Vorkommen: Lagerstätte


 

 

Vorlage: Systemteil einer Destillationseinrichtung mit Dampfkühlerfunktion zum Kondensieren der bei der Destillation entstehenden Dämpfe. Vorlagen bestehen meist aus Glaskolben oder spiralförmig gewundenen Röhren aus Glas oder häufig Kupfer.

In Stolberg fanden Vorlagen u.a. bei der Zinkdestillation Verwendung. Die hier gebräuchlichen Vorlagen wurden, ähnlich wie die Muffeln, aus feuerfestem Ton gebrannt u. schlossen die offenen Enden der Muffeln ab, so dass sich die Zinkdämpfe unter Luftabschluss in der kühler gehaltenen Vorlage sammeln u. hier kondensieren konnten.


Zinkschmelzer
beim Einsetzen
einer Vorlage


Vorlage,
Museum Zinkhütter Hof


 

 

Vorstecktuten: (Allongen) Als Kegelstumpf ausgebildete Blechhülsen, die auf die Vorlagen eines Zinkreduktionsofens aufgesteckt wurden. Die aus den Vorlagen entweichenden Restzinkdämpfe ließen sich hier zu verwertbarem, staubförmigem Zinkoxyd oder zu Zinkpartikeln umsetzen, wobei letztere allerdings mit einer Oxydationshaut überzogenen waren.


 

 

Vossgang: Fuchsgang


 

 

Vürpitt (Feuerpeter): Mundartl. A. für Zinkschmelzer (Zinkreduktionsofen)


Zinkschmelzer beim Einsetzen einer Vorlage


Zinkschmelzer beim Abziehen von flüssigem Zink aus der Vorlage.


Zinkschmelzer beim Abziehen von flüssigem Zink aus der Vorlage.


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