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Alphabet der
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fahren: bergm. A. für das Ein- u. Ausfahren der Bergleute (Fahrt).
Fahrschacht: Schacht
Fahrt: bergm. A. für das Ein- u. Ausfahren der Bergleute in die bzw. aus den Grubenbauen. Der A. Fahrt war selbst dann üblich, wenn das Ein- bzw. Ausfahren zu Fuß durch Stollen oder in den Schächten über Leitern (die auch Fahrten genannt wurden) erfolgte.
Fallen: Streichen
Fallhand: Symptom einer chronischen Bleivergiftung. Durch Schädigung der Unterarmnerven u. der damit verbundenen Lähmung der Streckmuskeln der Hände „baumeln“ die Hände unkontrolliert am Handgelenk.
Fallhammer: Vorrichtung zum Formen, Stanzen oder Prägen von Metallteilen, die aus einem in Schienen geführten Fallgewicht u. einem Amboss besteht. Am oberen Ende des Fallgewichtes ist ein Seil befestigt, welches über eine oberhalb angeordnete Umlenkrolle geführt wurde u. am unteren Ende mit einem steigbügelartigen Gebilde versehen war. Das Fallgewicht ließ sich mit dem Fuß anheben und fiel nach dem Loslassen des Seiles nach unten.
Der Fallhammer kann als frühes Beispiel einer zunehmenden Mechanisierung gelten, weil seine Schlagkraft nur von der Fallhöhe und der Masse des Fallgewichtes abhängig war, so dass eine konstante Aufschlagkraft erzielt wurde. Man erreichte somit eine gewisse Gleichförmigkeit in der Produktion u. war deutlich weniger von der Geschicklichkeit der Mitarbeiter abhängig.
Der Fallhammer, in der lokalen Umgangssprache auch Bär genannt, fand in der Metallbearbeitung zum Prägen von Münzen, Medaillen oder Ähnlichem Verwendung. Auch bei der Herstellung von Nähnadeln kamen Fallhämmer zum Abflachen der Öhrpartie zum Einsatz.
Falte: geol. A. für die tektonische Verbiegung von ursprünglich geraden u. meist horizontal abgelagerten Gesteinsschichten. Hierbei werden nach oben aufgewölbte Formen (Berge) als Sattel (Antiklinale) u. nach unten eingebuchtete Formen (Täler) als Mulde (Synklinale) bezeichnet, wobei sich Sättel u. Mulden häufig in Wechselfolge aneinanderreihen.
Das durch Orogenese entstandene, ursprünglich landschaftsbestimmende Faltenprofil ist in unserer Region mittlerweile durch großflächige Erosion wieder stark abgetragen u. eingeebnet worden, so dass die (Landschafts-) Morphologie heute von den Kerbtälern der Fließgewässer (Inde, Vichtbach, Wehe u. deren Nebenbäche) dominiert wird.
Als typisches Beispiel für den Stolberger Raum können Hammerbergsattel u. Burgholzer Mulde gelten, die unmittelbar aneinander anschließen u. auch hier Teil einer weiträumigen Wechselfoge sind. Die nahezu modellhaft ausgebildete Sattelstruktur, des Hammerberges, ist von der unteren Zweifaller Str. aus recht gut zu erkennen. In den 1990er Jahren war in einem Steinbruch in Vicht eine exemplarische Gebirgsfalte aufgeschlossen.
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Lokale Faltenstruktur (Schema) Skizze: F. Holtz |
Foto: F. Holtz |
Faltungsära: Orogenese
Feldbiss (Münstergewand): Geol. Störung westl. von Stolberg.
Feldend: Grubendistrikt im Eschweiler Kohlberg.
Feldmühle (Veldtmühle): Ehemalige, in der Nähe des heutigen Mühlener Marktes gelegene Mühlenanlage, welche von Johann von dem Velde 1532 zu Lehen genommen wurde. Die Feldmühle u. die benachbarte Jan-Ravens-Mühle wurden später unter dem gemeinsamen Namen Roderburgmühle zusammengefasst. Diese Anlage kann als Keimzelle einer umfangreichen Industrie-Ansiedlung gelten, die sich im 17. u. 18. Jh. in ihrer unmittelbaren Umgebung entwickelte u. aus den Kupferhöfen Bierweide, Krautlade, Peltzerhof, Stürenhof u. Wuppermannshof bestand.
Felsgalmei: Galmei
Fetisschacht: Schacht im Grubenfeld Breinigerberg, der um 1850 auf 52 Lachter (ca. 104 m) abgeteuft wurde. Der Schacht wurde nach Alphons Fetis benannt, der ab 1866 Generaldirektor der Eschweiler Gesellschaft u. von 1873 bis 1886 Generaldirektor der Rheinisch- Nassauischen Gesellschaft war.
Der Fetisschacht wird heute vom Wasserwerk (EWV) zur Wassergewinnung genutzt.
Feuerschacht (Fülle, Quandelschacht): Schachtförmiger Hohlraum in der Mitte eines Meilers, welcher beim Anzünden desselben der Aufnahme des Vorfeuers dient.
Fingerhut: Ehemaliger Kupferhof oberhalb des Alten Marktes.
Finkenbergkirche: Die Finkenbergkirche und die Vogelsangkirche gehören zu den ältesten evangelischen Gotteshäusern links des Niederrheins.
Die Ursprünge der von der reformierten Gemeinde erbauten Finkenbergkirche reichen bis in das 16. Jh. zurück. Unter der Leitung des bekannten Baumeisters Tillmann Roland entstand die gegenwärtige Bauform in den Jahren 1688 (Fertigstellung des Turms) bis 1725 (Einweihung des Kirchenschiffes).
Unmittelbar neben dem Kirchenbau befindet sich der Kupfermeister-Friedhof.
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Finkenberg- kirche, Ansicht von der Burg. Foto: F. Holtz |
Foto: F. Holtz |
Kupfermeister- Friedhof mit Finkenberg- kirche. Foto: Video-Produktion Karl Irle |
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Flammofen: Industrieofen, bei dem (im Gegensatz zum Muffelofen) das einer Wärmebehandlung zu unterziehende Gut durch direkten Kontakt zu den Flammgasen aufgeheizt wurde. Da die heißen Flammgase an dem zu verarbeitenden Stoff entlangströmten (streichen) konnten, wurden Öfen dieses Types früher auch Streichöfen genannt.
In Stolberg fanden Flammöfen beispielsweise in den Glashütten u. als Sodaöfen Verwendung. Röstöfen der ersten Generation arbeiteten ebenfalls nach diesem Prinzip.
Flechten: Aus Algen u. Pilzen bestehende, enge Lebensgemeinschaft, die beiden Partnerorganismen überlebensrelevante Vorteile bietet (Symbiose). Während die Pilze Wasser- u. Nährsalzaufnahme (aus der Umgebungsluft) gewährleisten, bilden die Algen über Photosynthese organische Substanzen (Kohlenhydrate).
Äußerst anspruchslos u. anpassungsfähig, ertragen Flechten auch extreme Standortbedingungen u. besiedeln nackte Felswände, Permafrostgebiete sowie Wüsten.
In urbanen Bereichen sind Flechten relativ selten geworden, da sie als Existenzgrundlage einen hohen Luftreinheitsgrad benötigen. Daher gelten Flechten als Indikator für Luftqualität.
In Stolberg kommen Flechten u.a. als stete Begleiter der Galmeiflora vor. Hier trifft man hauptsächlich Rentierflechten (Gattung Cladonia) an.
Fleuster, Werner: VEREINIGTE KETTENFABRIK
Flotation: Aufbereitung
Flöz: Bergm. A. für eine (Gesteins)- Schicht, die wirtsch. verwertbare Stoffe enthält oder ganz aus solchen besteht (Erz-, Salz- oder insbesondere Steinkohle Flöze).
In Stolberg kamen hauptsächlich SteinkohleFlöze vor, die in den nördlichen Gebieten in abbauwürdiger Ausbildung vorlagen u. Mächtigkeiten von bis zu einem knappen Meter erreichten.
fluviale Sedimente: Durch Fließgewässer abgelagerte Sedimente
Fördergut: Bestandteile einer Lagerstätte, die einer wirtsch. Nutzung zugeführt werden. Bei Erzlagerstätten spricht man auch von Erzmitteln.
Förderschacht: Schacht
Formseite: Diejenige Seite eines Hochofens, an welcher beim Abstich die Eisenschmelze in Sandformen geleitet wurde.
Fornegel: Steinkohle- Flöze
Fossil (auch als Adjektiv gebräuchlich): Überreste von Tieren u. Pflanzen sowie auch andere Lebensspuren aus der geol. Vergangenheit. In weiter gefasstem Sinn wird fossil auch als Gegensatz zu rezent ganz allgemein für Überlieferungen aus geol. Vergangenheit verwendet (z.B. fossiles Wasser, das vor langer Zeit an seinen gegenwärtigen Lagerungsort gelangt ist).
Die wichtigsten Fossilien in Stolberg sind Steinkohle (abgelagerte, fossile Pflanzenreste) u. Kalkriffbildungen (Kalkskelette mariner, riffbauender, gesteinsbildender Kleinlebewesen wie Stromatoporen u. Korallen). Beide Fossilarten sind (waren) als bauwürdige Lagerstätten ausgebildet (Kalkstein).
Fotzes: Scherzhafter, mundartl. A. für die Lohnbuchhaltung der Grube Diepenlinchen (Werkes), der sich auf die dort häufig vorhandene stickige Luft beziehen soll.
Frankental: Ehemaliger, 1658 durch Johann von Asten erbauter Kupferhof, der sich auf dem Gelände des heutigen Kulturzentrums befand. 1903 erwarben die Ordensschwestern vom Armen Kinde Jesu den Kupferhof u. gründeten hier das St. Vincenz Kinderheim. 1929 erfolgte der Bau des heute noch existierenden Gebäudes. Das Kinderheim wurde 1970 geschlossen, wobei die gesamte Anlage an die Stadt Stolberg überging, welche das Gebäude restaurierte u. 1989 mit Stadtbücherei, Volkshochschule u. Musikschule das Kulturzentrum einrichtete.
Franzgang: Neuer Franzgang, Alter Franzgang
Friedrich Wilhelm Hütte: Zinkhütte Birkengang
frischen: Frühschmiede
Frischschmiede: Frühschmiede
Frösch, Werk am: Erzgrube im Bereich Burgholz, die zu vorindustrieller Zeit in Pingen- bzw. Packenbauweise betrieben wurde.
Vom Namen dieser Grube dürfte sich auch die Bezeichnung Froschschacht für den späteren Wetterschacht des Erzbergwerkes Diepenlinchen ableiten.
Frösche: Daumen
Frosch: Froschlampe
Froschlampe (Frosch, Grubenfrosch): Bergm. A. für ein Geleucht, das aus einem mit Öl, Talg oder Unschlitt gefüllten Behälter bestand, in den von der Oberseite her ein Docht eintauchte, dessen Flamme unter Tage als Beleuchtung diente. Insbesondere im Erzbergbau waren Froschlampen noch bis weit ins jetzige Jh. im Einsatz u. fanden auch in den Stolberger Erzgruben häufige Verwendung.
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Foto: Werbestudio Toporowsky |
Froschschacht: Wetterschacht der ehemaligen Erzgrube Diepenlinchen im Mausbacher Industriegebiet (Bewetterung). Seine Teufe betrug etwa 280 m. Die zu Tage tretenden Aufbauten des Froschschachtes stellen sich als runder, kaminförmiger Ziegelsteinbau (Wetterschornstein) in heute leider sehr desolatem Zustand dar.
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Foto: F. Holtz |
Prinzip der Grubenbewetterung Skizze: F. Holtz |
Zur Unterstützung der Wetterführung wurde auf der 232 m-Sohle des Froschschachtes ein Feuer unterhalten, welches mit dem reichlich vorhandenen, alten Grubenholz betrieben wurde u. die natürliche Kaminwirkung des ausziehenden Wetterschachtes intensivierte.
Frühlingsmiere (Alsine verna): schwermetalltolerantes, sehr kleines u. zartes Nelkengewächs, das im frühen Frühjahr kleine, weiße u. unscheinbare Blütchen bildet. In Stolberg kommt die Frühlingsmiere als Charakterart der Galmeiflora vor.
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Zeichnung H. Kaußen |
Foto: R. Ethen |
Frühschmiede (Frischschmiede): Der bei der Verhüttung von Eisenerzen involvierte Reduktions-Prozess hatte, insbesondere bei dem von den Reitmeistern verwendeten Hochofen-Typ, zur Folge. dass das erschmolzene Eisen einen erheblich höheren Kohlenstoffgehalt aufwies, als das im Rennofen verhüttete Eisen.
Dadurch wurde dieses Eisen sehr spröde u. war als Schmiedeeisen (Stahl) nicht zu verwenden. Um nun wieder die Qualität der Rennofen-Luppe zu erhalten, musste dem im Hochofen hergestellten Eisen ein Teil des Kohlenstoffes durch Luftzufuhr (Sauerstoff) bei großer Hitze in der Frühschmiede entzogen werden. Dieser Vorgang wurde auf Grund der zugeführten Frischluft auch frischen genannt.
Die Frühschmiede bestand aus einem gemauerten Herd, in welchem die am Hochofen produzierte Göse unter starker Luftzufuhr (wasserradgetriebene Blasebälge) auf Weißglut erhitzt wurde. Das Eisen wurde flüssig u. tropfte in den unteren Teil des Herdes, um hier wieder eine zähflüssige Luppe zu bilden.
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Frischöfen
am Platenhammer Foto: F. Holtz |
Auf dem ebenfalls zur Frühschmiede gehörenden wasserradgetriebenen, schweren Reckhammer wurde die Luppe ausgeschmiedet, bis ein langer, kantiger Stahl-Block entstanden war. Dieser Vorgang wurde auch ‘recken’ genannt, wobei die hier arbeitenden Schmiede als Iserrecker bezeichnet wurden.
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Letztes
Hammerwerk in Vicht Radierung von J. Wentzler |
Die gereckten Eisenstäbe wurden entweder als Rohstahl verkauft oder auf dem Reitwerk zu Fertigprodukten verarbeitet.
Die in den Frühschmieden verwendeten Öfen hatten häufig ähnliche Bauformen wie die in der Messing-Verarbeitung üblichen Glühöfen. Öfen dieses Types sind am Platen- Neuenhammer zwischen Vicht u. Zweifall noch erhalten u. mittlerweile wieder restauriert.
Füchse: Stubben
Fuchsgang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Hammerberg. Erzführung: Bleiglanz, Blende u. Schwefelkies.
Fülle: Feuerschacht
Fundweisung: U.a. auch im Stolberger Raum verbreitetes Sagen-Motiv, welches von Hinweisen berichtet, die durch Zwerge bzw. durch den Berggeist meist als Belohnung für vorbildliches Verhalten gegeben wurden u. den Bergleuten das Auffinden reicher Erzlager ermöglicht haben sollen.
Funzel: Geleucht
Fürpitt (Feuerpeter): Mundartl. A. für Zinkschmelzer (Zinkreduktionsofen)
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Zinkschmelzer beim Einsetzen einer Vorlage |
Zinkschmelzer beim Abziehen von flüssigem Zink aus der Vorlage. |
Zinkschmelzer beim Abziehen von flüssigem Zink aus der Vorlage. |
Furth: Steinkohle-Flöze