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Schlüsselbegriffe:


Ochsenauge


Oxydationszone


Alphabet der
Heimatkunde

Buchstabe O


 

 

Oberrurische Hut: Forstbezirk der sich beiderseits der Rur von Hammer bis Woffelsbach erstreckte (Gewäld).


 

 

Ochsenauge: Ovales, meist von einem (geteilten) Blausteinblock umrahmtes Fenster. Das Ochsenauge war u.a. als Oberlicht von Eingangsportalen gebräuchlich u. kann als landschaftstypisches Stilelement der Kupfer- u. Reitmeister-Architektur gelten. Das aus der Barockzeit stammende Ochsenauge fand in der hiesigen Region auch noch im 19. Jh. häufig Verwendung.

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Stöck
Fotos: F. Holtz

 

 

Ofenarbeit: Manöver


 

 

Ofenknechte: Arbeiter in den  Schmelz- bzw. Gießhallen der Kupferhöfe. Oft wurden die Ofenknechte bereits im Alter von 12 Jahren als Ofenjungen eingestellt. Da sie den Dämpfen der Messingschmelze ausgesetzt waren, traten im Laufe ihres langen Berufslebens durch das Einatmen der Metalldämpfe häufig Lungenkrankheiten auf.

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Halle zum Schmelzen u. Gießen von Messing,
Quelle: Krünitz, J.G. (1802)


 

 

Ofenprofil: Feuerfester Innenausbau über dem Gestell eines Hochofens.


 

 

Ofensau: Zusammengebackene, eisenarme Schlacke aus einem Rennofen.


 

 

Oktaeder: Kristallform des kubischen Kristallsystems. Die Geometrie eines Oktaeders lässt sich als zwei identische, an den Basisflächen deckungsgleich zusammengefügte Pyramiden beschreiben. Der Name leitet sich von den acht Begrenzungsflächen des Oktaeders ab.

In Stolberg kam der Bleiglanz sehr häufig in Oktaederform vor.

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Bleiglanz - Oktaeder auf Galmei.
Sammlung u. Foto: F. Holtz

 

 

Ööck: Erzgrube im Bereich Burgholz, die zu vorindustrieller Zeit in Pingen- bzw. Packenbauweise betrieben wurde.


 

 

Oolith: Sediment-Gestein, zusammengesetzt aus kleineren, kugelförmigen, mit Bindemittel verkitteten Körnern (Ooide), die durch Ausfällen aus übersättigten Lösungen u. durch Anlagerung an winzige, in der Lösung schwebende Keime entstanden sind. Der A. Oolith kommt aus dem Griechischen u. bedeutet Eierstein.

Am häufigsten bestehen die einzelnen Ooide aus gefälltem Kalk. Dieser Oolithtyp kommt auch in den Kalkstein-Formationen des Stolberger Raumes vor (z.B. am Jungfernstein). In einem zur Karbon-Zeit hier befindlichen Flachmeer setzte sich der im Wasser gelöste Kalk an Schwebstoffteilchen (meist Sandpartikel) ab, wodurch diese zunehmend schwerer wurden bis sie sich als kleine Kügelchen am Meeresgrund ablagerten. Das so gebildete Lockermaterial wurde später durch ebenfalls kalkige Bindemittel u. durch den Druck auflagernder Schichtfolgen zu Stein verfestigt.


 

 

orogen: Durch Orogenese geprägt oder hervorgerufen.


 

 

Orogenese (Faltungsära): Gebirgsbildung durch tektonische Aktivitäten mit typischerweise auftretender Schichtenfaltung (Falte). Im Verlauf der erdgeschichtl. Entwicklung lassen sich mehrfach orogene Zeitepochen mit jeweils zwischengeschalteten, anorogenen Zeiträumen erkennen, wobei innerhalb der ersteren in verstärktem Maße u. während der letzteren kaum Gebirgsbildung stattgefunden hat. Orogene Phasen werden häufig als weltweit in verschiedenen Lokationen gleichzeitig u. großräumig auftretende Phänomene aufgefasst.

Für die letzten 500 Millo. Jahre (ab Paläozoikum) unterscheidet man insgesamt drei Orogenesen (siehe unten). Diese wiederum werden in Einzelphasen untergliedert, die, ähnlich wie die Orogenesen selbst, meist mit geographischen Begriffen belegt werden, die einer für die jeweilige Ära oder Phase typischen, lokalen Gebirgsausbildung entsprechen.

  1. Kaledonische Orogenese: Vor ca. 500-400 Millio. Jahren; benannt nach dem keltischen Namen für Nordschottland. Neben der Auffaltung des Schottischen Hochlandes war die kaledonische Orogenese u.a. auch verantwortlich für die Gebirgsbildungen in Skandinavien. Für den hiesigen Raum war die kaledonische Orogenese von Bedeutung, da sie auch das Gebirgsmassiv des Venn- Sattels bildete.

  2. Variszische Orogenese: vor ca. 350-225 Millio. Jahren; benannt nach dem im Vogtland ansässigen germanischen Volksstamm der Varisker. Die variszische Orogenese bildete einen ca. 500 km breiten, vom franz. Zentralplateau über West- u. Mitteldeutschland bis zu den Sudeten u. zum Erzgebirge verlaufenden Faltengürtel. Kennzeichnend für die variszische Orogenese ist ein von Süd-West nach Nord-Ost gerichtetes General-Streichen der aufgefalteten Schichten.

    Im Stolberger Raum sind Topographie u. Schichtenverlauf ganz entscheidend von der asturischen Phase (benannt nach der Landschaft Asturien in Nordspanien) der variszischen Orogenese geprägt. Diese Phase war vor ca. 295 Millio. Jahren wirksam.

  3. Alpidische Orogenese: vor ca. 195 Millio. Jahren bis fast zur Gegenwart andauernd; benannt nach den Alpen.

 

 

Orthbusch: Auth-Busch


 

 

orthorhombisch: Kristallsystem


 

 

Oxydationszone: Obere Zone einer Erzlagerstätte, die oxydativen Verwitterungsprozessen ausgesetzt ist (Galmei-Entstehung, Metasomatose). Auf Grund der vorherrschenden, durch Eisenverbindungen hervorgerufenen, rötlich-braunen Färbung wird die Oxydationszone in der Bergmannssprache als Eiserner Hut bezeichnet.

Im Stolberger Raum reichte die Oxydationszone bis in eine Teufe von 80 - 100 m u. war gekennzeichnet durch das Auftreten der Sekundärerzparagenese.


 

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