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Tafelstreifen: Aus Plattenmessing ausgehämmerte, dünne Blech-Streifen, die in der Latschmühle hergestellt u. auf der Drahtschere zu Drahtriemen geschnitten wurden, wobei letztere wiederum als Rohlinge für den Drahtzug dienten.

Quellen: SCHLEICHER, K. (1974) Seite 54


 

 


Tag(e): Besitzanteil(e) an einem Reitwerk, wobei ein Tag einem Anteil von 1/24 entsprach. Der Gesamtwert eines Reitwerkes unterlag also einer Stückelung von 24 gleichen Teilen. Anders als bei sonstigen Kapitalbeteiligungen waren die im Besitz befindlichen Tage Reitwerk nicht mit einer Gewinnbeteiligung verbunden, sondern mit einem Nutzungsrecht der (Hochofen-) Anlage. Während eines Zeitraumes von 24 Tagen hatten die beteiligten Reitmeister analog ihrer Anteile das Recht, die Anlage an einer entsprechenden Anzahl von Tagen zu nutzen. Somit ergab sich ein stetig wiederkehrender Rhythmus von 24 Tagen, der für die Dauer einer Hüttenkampagne (Lebensdauer des Hoch­ofens) beibehalten wurde. 

Diese Beteiligungs- bzw. Nutzungsform dürfte sich dadurch entwickelt haben, dass ein Hochofen einerseits einen über längere Zeit (Hüttenkampagne) kontinuierlichen Betrieb (Tag u. Nacht) erforderte, die Reitmeister jedoch andererseits direkt u. persönlich an den Arbeiten beteiligt waren u. somit den Ansprüchen der Hochofentechnologie als Einzelperson nicht entsprechen konnten.

Quellen: SCHREIBER, K. und H. (1998) Seite 11,
SCHREIBER, K. und H. (2008): Seite 27


 

 

Tagebau: offene, bergm. angelegte Gruben, Mulden oder Talflankeneinschnitte (Pingen) zum Abbau von Lagerstätten, die entweder unmittelbar zu Tage liegen (an der Erdoberfläche) oder durch Abtragung aufliegender Deckschichten erreicht werden können.


 

 

tagesnah: Bergm. Ausdruck für Grubenbaue oder Lagerstätten, die sich nur wenig unterhalb der Erdoberfläche befinden (Tagebau, Pinge)


 

 

Tagesoberfläche: Bergm. Ausdruck für die Erdoberfläche im Bereich eines Grubenfeldes. Mit Tagesoberfläche werden jeweils genau die Horizonte bezeichnet, wo Grubenbaue wie Stollen bzw. Schächte oder Erzmittel bzw. Flöze (Ausbiss) aus dem Erdinneren zu Tage treten.


 

 

Tagesschacht: Schacht


 

 

Tatternsteine: Aus Konglomerat bestehende Felsformation im oberen Inde- (Gedau-) Tal. Zahlreiche Sagen aus diesem Bereich berichten von Zwergen, die in Höhlen und Kavernen der Tatternsteine gelebt haben sollen.

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Foto: F. Holtz

 

 

Taube Lage: Berge


 

 

Taubenkropf (Silene inflata): weiß-blühendes, schwermetalltolerantes Nelkengewächs, das häufig auch Leimkraut oder aufgeblasenes Leimkraut genannt wird. Unterhalb der Blütenblätter bilden die zusammengewachsenen Kelchblätter einen hohlen, dünnwandigen, wie aufgeblasen aussehenden Kropf. Von diesem "aufgeblasenen" Kelch leitet sich sowohl der Ausdruck Taubenkropf als auch die Adjektive "inflata" im lateinischen Namen u. "aufgeblasen" in der Leimkrautbezeichnung ab.

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Zeichnung:
H. Kaußen
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Taubenkropf mit Grasnelke
Foto: F. Holtz
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Foto: R. Ethen

Der Taubenkropf kommt in Stolberg hauptsächlich als Charakterart der Galmeiflora vor.

Während der Taubenkropf normalerweise eine Wuchshöhe von bis zu knapp einem Meter erreicht, ist der Galmeitaubenkropf erheblich kleinwüchsiger. Trotzdem kann er als das stattlichste Kraut innerhalb der Zinkpflanzengesellschaft gelten.


 

 

Taubes Gestein: Bergm. Ausdruck für nicht brauchbares, ‘taubes’ Gestein. Berge


 

 

Teich: Künstlich als Bodenmulde angelegter Wasserspeicher, der angefüllt u. später wieder abgelassen werden kann; u.a. zum Sammeln von Antriebswasser (Aufschlagwasser) für Wasserräder (Mühlräder). Der Ausdruck Teich ist ebenfalls gebräuchlich für künstlich angelegte Wasserläufe (Mühlgräben), die das Wasser von einem Bach zu den Mühlen-Anlagen leiten.

Teiche sind in Stolberg hauptsächlich von den Kupfermeistern u. von den Reitmeistern zum Betrieb ihrer Hammerwerke u. der Blasebälge für die Messing- bzw. Hochöfen angelegt worden.


 

 

Tektonik: Lehre vom Bau der Erdkruste u. von den Bewegungen bzw. Kräften, welche zu den Baustrukturen innerhalb der Erdkruste geführt haben. Bruchtektonik bezieht sich auf Zerbrechungserscheinungen wie Fugen, Klüfte, Spalten, Verwerfungen, Störungen u. deren Bildung. Faltentektonik umfasst die Bauformen von Falten u. deren Entstehung (Orogenese).


 

 

tektonisch: durch Tektonik verursacht oder selbige betreffend.


 

 

tetragonal: Kristallsystem


 

 

Teufe: Bergm. Ausdruck für Tiefe.


 

 

Teufen: Plural von Teufe oder auch als Verb für abteufen gebräuchlich.


 

 

Teufelsinsel: Volkstümlicher Ausdruck für die Werkssiedlung der früheren Zinkhütte Birkengang am oberen Ende der heutigen Friedrich Ebert Str. Der Name Teufelsinsel dürfte durch die Tatsache zu erklären sein, dass diese Siedlung inmitten eines tristen, öden Halden-Geländes gelegen hat, welches zwischenzeitlich allerdings saniert u. begrünt worden ist.

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Textilgewerbe in Stolberg: Im 18. Jh., zu einer Zeit also, als die lokale, vorindustrielle Messingherstellung der Kupfermeister in Hochblüte stand, entwickelte sich in Stolberg ein durchaus bedeutendes Tuchmachergewerbe. Die neu entstehenden Tuchmanufakturen wurden teilweise von zugewanderten Tuchmachern, teilweise aber auch von Kupfermeistern bzw. von deren Nachkommen betrieben. NAGEL J.G. (2000) Seite 187 So gründete bspw. Matthias von Asten in seinem Kupferhof Schart 1719 eine Tuchmanufaktur. Als weiteres Beispiel kann Lonard Lynen- Dumont gelten, der 1843 auf Hof Grünenthal eine Kratzenfabrik und 1847 eine Streichgarnspinnerei einrichtete.

Offenbar war man sich bewusst, dass eine wirtschaftliche Fortentwicklung der Region und somit der Erfolg der hier tätigen Unternehmern durch eine weiter expandierende Messingproduktion aus mehreren Gründen kaum erwartet werden konnte.

Selbst bei ausreichender Nachfrage ließ sich die Messingproduktion insbesondere deshalb nicht beliebig steigern, weil es sich bei der hierzu erforderliche Wasserkraft um eine begrenzte, bereits ausgeschöpfte Ressource handelte. Andererseits brauchten die zahlreichen erfolgsorientierten und kapitalkräftigen Nachkommen der Kupfermeister ein unternehmerisches Betätigungsfeld.

Da man bei der Tuchmacherei zwar das Wasser der Bäche brauchte, man aber in nur sehr viel geringerem Maße Antriebskraft zum Betrieb einiger Walkmühlen benötigte, bot gerade das lukrative und mit den Erfordernissen der Messingherstellung verträgliche Tuchmachergewerbe gute Möglichkeiten, unternehmerisch tätig zu werden. Für die Wirtschaftskraft der Region bedeutete das auch eine gewisse Diversifizierung der Produkte mit entsprechend geringerer Krisenanfälligkeit. 

Die Tuchherstellung erfolgte bis zur ersten Hälfte des 19. Jh. in der Weise, dass der Tuchmacher die Rohwolle einkaufte und diese dann meist in Heimarbeit von Hand verspinnen und auf Handwebstühlen zu Tuch verweben ließ. Das Färben, Walken und Scheren erfolgte dann unter der Regie der Tuchmacher auf den jeweiligen Höfen. Natürlich gehörten Vertrieb und Verkauf auch zum Tätigkeitsbereich der Tuchmacher. SCHLEICHER, K. (1973) Seite 19

Tuchmacherhöfe siehe auch Offermann und Krone

Weitere Informationen zur Stolberger Tuchindustrie.

Quellen: SCHLEICHER, K. (1973) Seite 19, NAGEL J.G. (2000) Seite 187


 

 

Thelen-Pfanne: Flaches, pfannenförmiges Gefäß, das mit mechanisch angetriebenen Kratzern ausgerüstet war u. zum Eindampfen von Sodalauge Verwendung fand. Durch die dauernde Bewegung der über den Pfannenboden kratzenden Schaber wurde ein Festbrennen der bereits auskristallisierten Soda verhindert. Die Thelen-Pfanne wurde in der Stolberger Rhenania entwickelt u. führte zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung bei der Sodaherstellung.

Quellen: RÜSBERG, F. (1949) Seite 39


 

 

Theuerkauf: Teilfeld der Erzgrube Diepenlinchen in Mausbach. Die Straßenbezeichnung Düre Koof erinnert noch heute an den Namen dieses Teilfeldes.


 

 

Thlaspi alpestre: Galmeitäschel


 

 

Tiefmühle: Hammerwerk zur Herstellung von Tiefwaren durch geschicktes Führen der Böden unter dem rhythmisch aufprallenden Hammer. Während des Fertigungsprozesses mussten die Werkstücke, je nach Verformungsgrad, mehrmals geglüht werden.

Zum Schluss wurden die Werkstücke noch mit einem hölzernen Hammer bearbeitet, um letzte Unebenheiten auszugleichen,

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Quelle: Krünitz (1802),
Vorbereiten und Austreiben von Messingblechen zu Tiefwaren.
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Tiefmüle im Untersten Hof.
Quelle: Privatarchiv Schleicher

Auf Grund des Geräuschpegels stellte sich insbesondere bei den Hammerknechten, die in Tiefmühlen arbeiteten, häufig ausgeprägte Schwerhörigkeit ein. Durch die Nähe des spritzenden Aufschlagwassers ergaben sich feucht-kalte Arbeitsbedingungen, die zu Gichtleiden führten. Kontrakturen der Gliedmaßen waren häufig Folge des ausdauernden Krummsitzens vor den Hämmern.

QuellenBRANS, H.O. (2008) Seite 107, SCHLEICHER, K. (1974) Seite 55


 

 

Tiefwaren: Gebrauchsgegenstände in Form von Hohlkörpern wie Kessel, Pfannen, Töpfe, Schüsseln usw. Tiefwaren wurden in Stolberg durch Aushämmern in den Tiefmühlen u. vorzugsweise aus Messing hergestellt. Die runden Blech-Rohlinge zur Herstellung der Tiefwaren wurden in den Latschmühlen gefertigt u. Böden oder Becken genannt. In späterer Zeit (ab letztem Viertel des 19. Jh.) wurden Tiefwaren auf Drückbänken hergestellt. Die Firma M.L. Schleicher führte dieses Verfahren 1864 in Stolberg ein.

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Lissaboner Pfanne
Foto: Klaus Heymann
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Kalabasse
Foto: F. Holtz
Beispiele für Tiefwaren

 

 

Tiegel:Feuerfeste, gebrannte Ton- bzw. Keramikgefäße, die in der Metallurgie zum Schmelzen von Metallen verwendet werden. Dieses Schmelzen bezieht sich sowohl auf das Aufschmelzen bereits verhütteter Metalle (bspw. zum anschließenden Vergießen oder Legieren) als auch auf das Probieren von Erzen.

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Schmelztiegel aus Namischer Erde zur Herstellung von Messing.
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Tiegel (Zinkhütte Münsterbusch).
Fotos: F. Holtz

Insbesondere bei der früheren Messingherstellung wurden Schmelztiegel mit ganz speziellen Qualitätskriterien benötigt. Da diese Tiegel zum Chargieren bzw. Entleeren aus dem Ofen genommen wurden, waren sie starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Somit mussten die Tiegel nicht nur feuerfest sein, sondern auch eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. Um die in der Tiegelwandung auftretenden thermischen Spannungen in Grenzen zu halten und eine damit verbundene Rissbildung zu vermeiden, erfolgte das Befüllen und Entleeren der Tiegel möglichst zügig, damit das Tiegelmaterial nicht zu sehr auskühlte.

Die Temperaturwechselbeständigkeit wurde hauptsächlich durch eine sogenannte Magerung des Tons erreicht. Hierbei setzte man der Tonmasse bereits gebranntes Material (meist Bruchstücke gebrauchter und geborstener Tiegel) in gemahlener Form zu. Hierdurch stellte sich in der Tiegelwandung eine gewisse Porosität ein, die für die Temperaturwechselbeständigkeit von entscheidendem Einfluss war.

Durch beigemengte organische Stoffe (wie bspw. gehäckseltes Stroh), die beim Erhitzen verbrannten, ließ sich die Porosität weiter erhöhen.

Ebenfalls üblich waren Graphit-Beimengungen, die an der Außenseite der Tiegel allmählich ausbrannten und letztlich für eine feinporige Struktur der Tiegelwand (des sogenannten Scherbens) sorgte. Durch die reduzierende Atmosphäre im Tiegelinnern blieb der Graphit an der Innenschicht der Tiegelwand erhalten und erschwerte das Benetzen der Tiegelinnenwand durch die Messingschmelze. Fernerhin verbesserte sich durch die Zugabe von Graphit der Wärmedurchgang durch die Tiegelwand.

Ein zur Herstellung von Tiegeln geeignetes Tonmaterial durfte auch nur geringe Gehalte an Alkalien aufweisen, da diese Alkalien den Schmelzpunkt der Keramikmasse herabsetzen.

Die in Stolberg zur Messingherstellung verwendeten Tiegel wurden hauptsächlich aus Namur bezogen und erreichten Standzeiten von gut 2 Wochen bzw. 24 bis 30 Schmelzzyklen. In der Literatur ist ein Bedarf von etwa 25.000 Tiegeln pro Jahr erwähnt.

Quellen: PELTZER, R.A. (1909), SCHLEICHER, K. (1974) Seite 45


 

 

Titanzink: Zink mit geringen Legierungszuschlägen (insbesondere Titan), welche beim Auswalzen die für das Zink typischen Anisotropien weitgehend vermeiden (Walzzink).


 

 

Tombak: Messing mit einem Kupfer-Gehalt von mehr als 70%.


 

 

tonnlägig: Bergm. Ausdruck für eine (Schacht-) Richtung, die von der Senkrechten mehr oder weniger stark abweicht (geneigt, schräg nach unten verlaufend).


 

 

Toschée: Schächte im Grubenfeld Breinigerberg.


 

 

Toschée-Stockwerk: Stockwerkartiger Erzkörper in der Erzgrube Breinigerberg.


 

 

Tourils: aus säurefestem Steinzeug gefertigte Behälter, die mittels Verbindungsleitungen zu einem System von 50 Stück oder mehr zum Zwecke der Gewinnung von Salzsäure hintereinandergeschaltet wurden.

Durch diese Systeme wurde das in den Natriumsulfatöfen anfallende Salzsäuregas (Chlorwasserstoff) geleitet, wobei die einzelnen Tourils jeweils bis etwa zur Hälfte mit Wasser bzw. wässriger Salzsäure gefüllt waren.

An der Flüssigkeits-Oberfläche nahm die wässrige Säure in den Tourils durch Kondensation begierig Salzsäuregas auf. Relativ zur Stömungsrichtung des Gases durchfloss die wässrige Säure mittels entsprechender Verbindungsleitungen das System im Gegenstrom. Hierdurch konnte sich die Säure allmählich aufkonzentrieren bis eine Konzentration von über 30% erreicht war.

Das Restgas wurde abschließend mittels Wasser ausgewaschen, wobei die hierbei entstehende, sehr dünne Säure als Speisewasser für den Gegenstrom-Durchfluss in den Tourils genutzt wurde.

Skizze
Skizze: F. Holtz, nach OSTEROTH, D. (1985) Seite 45

Quellen: OSTEROTH, D. (1985) Seite 44


 

 

Tradierung: (Mündliche) Überlieferung (von u.a. auch Märchen u. Sagen).


 

 

Tranchot, Jean Joseph: Franz. Oberst, unter dessen Leitung (1801 bis 1814) das erste exakte topographische Kartenwerk des Rheinlandes entstand (Tranchot-Karte).


 

 

Tranchot-Karte: Die erste exakte topographische Kartierung der Rheinlande, die von 1801 bis 1814 unter der Leitung des franz. Oberst Jean Joseph Tranchot entstand. Die Originalaufnahmen wurden überwiegend im Maßstab 1:20.000 ausgeführt. Fortgesetzt u. abgeschlossen wurden die Arbeiten zu diesem aus 171 Einzelblättern bestehenden Kartenwerk unter dem preußischen Generalmajor Friedrich Karl Ferdinant Freiherr von Müffling (1816-1828.


 

 

Transgression: Das Vordringen eines Meeres über ein Festland infolge Senkung des Landes oder Hebung des Meeresspiegels. Im Stolberger Raum war eine Abfolge mehrerer Transgressionen u. Regressionen an der Bildung der Steinkohle beteiligt (Indemulde).


 

 

Treibarbeit: Prozess des Abscheidens von Edelmetallen aus Bleischmelzen im Treibofen.


 

 

Treiben: Herstellung u. Formgebung von Metall- Blechen in kaltem Zustand mittels Hämmern (Kaltverformung). Durch Treiben ließen sich auch an vorgefertigten Gegenständen Verzierungen anbringen (Dinanderien). Das Treiben fand auch zur Herstellung von Tiefwaren Anwendung u. wurde später durch das Verfahren des Drückens abgelöst.


 

 

Treibofen: Industrieofen zum Abscheiden von Silber- u. Gold-Anteilen aus Bleischmelzen. Hierzu wurden die Edelmetalle zunächst in Seigeröfen soweit als möglich aufkonzentriert. Das in der so aufkonzentrierten Schmelze enthaltene Blei wurde dann im Treibofen unter starker Hitze u. Luftzufuhr oxidiert, bis das Edelmetall zurückblieb.

Bei hinreichend hohen Goldanteilen wurde die im Treibofen zurückbleibende Edelmetall- Legierung auch Güldischsilber genannt.

Treiböfen wurden im Labormaßstab auch bei der Prüfung von Erzen auf ihren Edelmetallgehalt eingesetzt (Dokimastik).

Das Verfahren des Abscheidens der vorwiegend Silber-, aber auch Goldanteile mittels Treiböfen fand auch in den Stolberger Bleihütten Anwendung u. erhöhte die Ertragslage der Hütten teilweise recht erheblich.


 

 

trigonal: Kristallsystem


 

 

triklin: Kristallsystem


 

 

Tropfsteine: In den meisten Fällen aus Kalziumkarbonat bestehende, in Karsthöhlen anzutreffende Gebilde, die durch tropfendes, kalkhaltiges Wasser entstanden sind. Man unterscheidet bei den Tropfsteinen zwischen Stalaktiten und Stalagmiten, wobei erstere als zapfenförmige, relativ schlanke Gebilde von der Höhlendecke herabwachsen, während die Stalagmiten sich vom Höhlenboden aus aufbauen und eine vergleichsweise gedrungene, massige Gestalt aufweisen. Manchmal vereinigt sich ein von oben herabwachsender Stalaktit mit seinem stalagmitischen Partner zu einer durchgehenden Säule, welche dann Stalagnat genannt wird.

Tropfsteine kommen im Stolberger Raum recht häufig in den Karsthöhlen der Kalksteinformationen vor.

Tropfsteine aus dem Stolberger Karst
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Stalaktit
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Stalaktit
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Stalagmit
Sammlung u. Fotos: F. Holtz

Sehr viel seltener kam es auch zur Bildung von Erzstalaktiten (Schalenblende). GUSSONE, R. (1964) Seite 59

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Erzstalaktit
Sammlung:
Institut für Lagerstätten-
lehre RWTH Aachen.
Fotos: F. Holtz
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Querschnitt durch einen Erzstalaktiten.
Sammlung u. Foto: F. Holtz

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Schalenblende (stalaktitisch) aus der Erzgrube Diepenlinchen.
Sammlung u. Fotos: F. Holtz

QuellenGUSSONE, R. (1964) Seite 59


 

 

Trübe: berm. Ausdruck für hauptsächlich in der Aufbereitung anfallende Wässer, die von feinstkörnigen, schwebstoffartigen Partikeln durchsetzt sind (Feststoff-Wasser-Gemisch). In Schlämmfässern (Dolly Tubs) konnten sich diese Partikel als Schlamm absetzen, der teilweise weiter aufbereitet wurde.


 

 

Trum: bergm. Ausdruck für gering-mächtigen Gang von relativ kurzer Erstreckung.


 

 

Trümer: Plural für Trum

 

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