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Unterster Hof


Untertagebau


Alphabet der
Heimatkunde

Buchstabe U


 

 

Umkrücken: Durcharbeiten von Prozesschargen mittels schwerer Eisenstangen in Natriumsulfat- oder Sodaöfen, um erstens eine gute u. gleichmäßige Erwärmung zu erzielen u. zweitens die unterschiedlichen Bestandteile der Masse in möglichst direktem Kontakt zueinander zu bringen, da nur so eine vollständige Reaktion möglich wurde.


 

 

Unterster Hof: Ehemaliger, aus dem Jahr 1615 stammender u. von Servaes von der Weiden u. Konrad Östlinger erbauter Kupferhof an der heutigen Eisenbahnstr.

1611 erfolgte der Kauf des Grundstückes durch den Stolberger Kupfermeister Franz Östlinger (Ostlender). 1612 traf dieser eine Vereinbarung mit Servaes von der Weiden über den Bau zweier Kupfermühlen (gelbes Kupfer). Jede dieser beiden Mühlen bestand aus 2 Wasserrädern mit je 3 Hämmern zum Austreiben von Kupfer bzw. Messing. Gespeist wurden die Wasserräder durch den Ellermühlenteichlauf, der am Ellermühlenweiher (heute Bastinsweiher) beginnt. Durch Losentscheid erhielt Servaes die zwei oberen (südlichen) Wasserräder und Östlinger die zwei unteren. Kurze Zeit später erbaute Servaes von der Weiden das Südhaus als Wohntrakt.


Die Familie von der Weiden verpachtete 1666 und verkaufte später ihre Mühlen an Theodor Peltzer, Kupfermeister auf Gedau und später Krautlade. Während dieser Zeit, nämlich 1712 wurde das Hoftor erbaut.


1718 erfolgte der Verkauf an Guilliaume Schleicher, dem Sohn des Leonhard Schleicher vom Bernardshammer.


Zwischenzeitlich waren die Östlinger Mühlen an Jeremias Hoesch, dem Eigner der Krautlade, übergegangen.


Der Sohn Guilliaume's, wiederum ein Leonhard Schleicher, erweiterte 1739 den Besitz durch Zukauf von Gelände der ehemaligen Östlinger Mühle von Matthias und Jeremias Hoesch.


1765 nahm Matthias Schleicher die Östlinger Mühle in Pacht. 1806 erfolgte die vollständige Übernahme durch seinen Sohn Matthias Leonhard Schleicher.


1848 wurde das Haupthaus in seiner heutigen Struktur von Eduard Schleicher errichtet.


Sein Sohn Emil Schleicher baute um die Wende vom 19. zum 20 Jh. den Untersten Hof durch Hinzufügung von Jugendstilelementen u. durch Errichtung eines Renaissancegiebels um. Der Haupttrakt erhielt um 1900 einen zwiebelförmigen Turmhelm, ein zweiter folgte 1905. Die Anlage wurde von der Besitzerfamilie Hof oder Burg Bleibtreu genannt, womit der feste Wille dokumentiert werden sollte, trotz wirtsch. Schwierigkeiten, dem Stammsitz treu zu bleiben. Der gleiche Emil Schleicher legte um 1900 westlich der Hofanlage auch einen repräsentativen Landschaftsgarten an.


Nach Beschädigungen im 2. Weltkrieg wurden die Turmhelme des Wohntraktes durch einfachere Konstruktionen ersetzt.


Der Unterste Hof kann in sofern als Besonderheit gelten, als dass einige seiner Gebäudeteile bis vor wenigen Jahren noch zu einem Industriebetrieb der Messing-Verarbeitung (STOLBERGER METALLWERKE) gehörten.

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Unterster Hof nach 1905
Quelle: Privatarchiv Schleicher

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Fotos: Axel Pfaff

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Innenhof mit Herrenhaus
u. Jugendstilgalerie
Fotos: Axel Pfaff


Darstellung von Mircken an der Jugendstilgalerie

 

 

untertägig: bergm. A. für unterhalb der Erdoberfläche u. überdeckt von Gesteins- u./oder Erdschichten(Untertagebau).


 

 

Untertagebau: Bergm. A. für das Abbauen von Lagerstätten mit Hilfe von Schacht- u. Stollensystemen.


 

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