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Alphabet der
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Nachtigall u. Pfeifenberg: Erzfelder
Nagelmackersgang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Breinigerberg. Erzführung: Bleiglanz, Blende u. untergeordnet Schwefelkies.
Nagelschmiede: Meist kleinere, hauptsächlich mit Esse (Feuerstelle), Amboss u. Nagelstock ausgerüstete Werkstatt zum Schmieden von Nägeln.
Nagelschmieden wurden im Vichttal u. der umliegenden Gegend vielfach von den Bauern im Nebenerwerb (vorwiegend im Winter) betrieben, wobei das erforderliche Nageleisen von den Reitwerken bezogen wurde.
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Handgeschmiedete Nägel,
erkennbar am viereckigen, mehr oder weniger quadratischen Querschnitt
der Schäfte. Foto: F. Holtz |
Namische Erde: Tonart, die in der Gegend von Namur gefunden wurde, u. die zur Zeit der Kupfermeister als Rohstoff zur Herstellung von Schmelztiegeln zur Messing-Herstellung Verwendung fand.
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Schmelztiegel aus Namischer
Erde
zur Herstellung von Messing. Foto: F. Holtz |
Natriumkarbonat (Na2CO3): Soda
Natriumsulfat (Glaubersalz) Na2SO4 findet sich häufig in Kalisalz-Lagerstätten sowie in Salzseen u. fällt bei der Gewinnung von Kalisalzen meist als Nebenprodukt an. Natriumsulfat lässt sich z.B. zum Aufschluss von Zellulose, bei der Herstellung von Glas u. als Zuschlagstoff für Feinwaschmittel verwenden.
In Stolberg war Natriumsulfat als Zwischenprodukt bei der Soda-Herstellung nach dem Leblanc-Verfahren von Bedeutung u. wurde in sogenannten Natriumsulfatöfen aus Kochsalz (NaCl) u. Schwefelsäure (H2SO4) gewonnen. Hierbei entstand neben dem Natriumsulfat (Na2SO4) auch Salzsäuregas - Chlorwasserstoff (HCl), welcher zu Salzsäure weiterverarbeitet wurde (Tourils).
2 NaCl + H2SO4 → Na2SO4 + 2 HCl
Dieser Prozess fand in der Rhenania als Teil des Leblanc- Verfahrens über Jahrzehnte Anwendung, wobei die beim Rösten sulfidischer Erze (Zinkblende, Bleiglanz) anfallende Schwefelsäure als Grundstoff diente.
Natriumsulfatofen: Industrieofen zur Herstellung von Natriumsulfat, welches bei der Soda-Herstellung nach dem Leblanc-Verfahren benötigt wurde. In Stolberg waren Natriumsulfatöfen in der Rhenania im Einsatz. Die hier verarbeitete Schwefelsäure entstand beim Rösten sulfidischer Erze (Zinkblende, Bleiglanz).
Im Natriumsulfatofen wurden unter Anwendung hoher Temperaturen Kochsalz (NaCl) u. Schwefelsäure (H2SO4) nach Natriumsulfat (Na2SO4) u. Salzsäuregas - Chlorwasserstoff (HCl) umgesetzt.
2 NaCl + H2SO4 → Na2SO4 + 2 HCl
Hierbei war es erforderlich, das freiwerdende Salzsäuregas völlig von den Verbrennungsgasen getrennt zu halten, da sich der Chlorwasserstoff ansonsten nur schwerlich zu reiner Salzsäure kondensieren ließ (Tourils).
Daher verwendete man zur Aufnahme des Kochsalzes u. der Schwefelsäure eine gusseiserne Schale, die oberhalb des Feuerraumes so angeordnet war, dass sie neben ihrer Funktion als Reaktionsgefäß ebenfalls eine Abschottung des Gasraumes vom Brennraum gewährleistete.
Die aus der Pfanne ausgebrachte Natriumsulfat-Charge wurde zu ihrer Endbehandlung in eine von den Flammgasen allseitig beheizte Muffel geschoben. Somit konnte der freigesetzte Chlorwasserstoff ohne Rauchgasverunreinigungen nahezu gänzlich aufgefangen werden, wenn man von den Restmengen absieht, die durch die Arbeitsöffnungen entweichen konnten. Letztere waren erforderlich, weil die Chargen mittels schwerer Eisenstangen mehrfach durchgearbeitet, dann in die Muffel hineingeschoben u. letztlich als Fertigchargen abgezogen werden mussten. Der Vorgang des Durcharbeitens der Chargen wurde in der Umgangssprache Umkrücken genannt u. war erforderlich um erstens eine gute u. gleichmäßige Erwärmung zu erzielen u. zweitens die unterschiedlichen Bestandteile der Masse in möglichst direktem Kontakt zueinander zu bringen, da nur so eine vollständige Reaktion möglich wurde.
Der Prozess war bezüglich der Temperaturführung, der Verweilzeit u. der Handhabung (Beschickung u. Ausbringung der Chargen) äußerst kritisch. Leichte Unachtsamkeiten oder Fehler in der Arbeitsweise konnten die eingesetzten Rohstoffe sehr schnell verderben, so dass nicht nur körperliche Kraftanstrengung, sondern auch Geschicklichkeit u. Zuverlässigkeit des Bedienungspersonals unabdingbar waren.
An den Natriumsulfatöfen lagen in mehrerer Hinsicht extreme, nahezu unmenschliche Arbeitsbedingungen vor. Das Umkrücken u. Abziehen der eingesetzten Chargen erforderte bei fast unerträglicher Hitze erhebliche Kraftanstrengung. Zusätzlich waren die Arbeiter dem aus den Arbeitsöffnungen entweichenden Salzsäuregas ausgesetzt. Das stark ätzende Gas verursachte offene, schlecht heilende Wunden vorwiegend an Händen u. Armen u. zerfraß die Zähne u. die Mundschleimhäute.
Natriumsulfat-Arbeiter, die im deutschen Sprachraum ‘Salzkuchen-Männer’ genannt wurden, waren auf den ersten Blick zu erkennen, weil ihre Zähne schwarz wie Kohlen aussahen. Mit dem Aufkommen mechanischer Öfen wurden diese Belastungen allerdings deutlich reduziert.
Natriumsulfid (Na2S): Substanz, die in Stolberg (Rhenania) als Reaktionsprodukt bei der Herstellung von Soda nach dem Leblanc-Verfahren von Bedeutung war u. durch Reduktion von Natriumsulfat (Na2SO4) mit gemahlenem Koks als Reduktionsmittel unter Abgabe von Kohlendioxyd (CO2) gebildet wurde.
Na2SO4 + 2 C → Na2S + 2 CO2
Natriumsulfid trat bei dem Leblanc-Verfahren nicht augenfällig in Erscheinung, da es im Sodaofen sofort u. im gleichen Prozess-Schritt mit gemahlenem Kalkstein zu Soda umgesetzt wurde.
Natronlauge: Wässrige, stark ätzende Lösung von Natriumhydroxyd (NaOH). Natronlauge wird vorwiegend in der Seifen- bzw. Waschmittelindustrie u. bei der Gewinnung von Zellulose zum Aufschließen von Holz oder Stroh eingesetzt.
Natronlauge wird u.a. durch Kaustifizierung von Soda nach dem Kalk-Soda-Verfahren hergestellt, welches auch Dorr-Prozess genannt wird u. ist ein wirtsch. bedeutendes Nebenprodukt der Sodaindustrie.
In Stolberg fand dieses Verfahren in der Rhenania großtechn. Anwendung. Bei diesem Prozess wurden zunächst große Eisenkessel mit der beim Leblanc-Verfahren anfallenden Mutterlauge (Sodalauge) gefüllt. In diese Kessel tauchte man dann eiserne Sieb- bzw. Korbeinsätze, die mit gebranntem Kalk (CaO) gefüllt waren. Durch das in der Sodalauge befindliche Wasser (H2O) entstand sofort gelöschter Kalk (Ca(OH)2).
CaO + H2O → Ca(OH)2
Der so entstandene Löschkalk (Ca(OH)2) wurde mit der gelösten Soda (Na2CO3) zu Natronlauge NaOH u. Kalziumkarbonat (Kalk CaCO3) umgesetzt.
Na2CO3 + Ca(OH)2 → 2NaOH + CaCO3
Da das Kalziumkarbonat relativ schwer u. in Wasser kaum löslich ist, konnte es durch Sedimentation getrennt u. die reine Natronlauge abgezogen werden.
Ganz ähnlich wie bei der Sodalauge, konnte auch die Natronlauge eingedampft werden, wobei festes Ätznatron entstand, welches von der Rhenania ebenfalls vertrieben wurde.
Naturbeton: Konglomerat
Nebengestein: das einen zu betrachtenden Gesteins- oder Erzkörper begleitende oder umgebende Gestein. Im Falle eines Erzkörpers ist der A. Nebengestein unabhängig davon gebräuchlich, ob die Vererzung als Gang, Stockwerk oder Nest ausgebildet ist. Bei den Erzen des Stolberger Schalenblendentypes bestand das Nebengestein aus Kalkstein oder Dolomit.
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Schalenblende auf
Nebengestein (Kalkstein) Sammlung u. Foto: F. Holtz |
NE-Metalle: Abk. für nicht-Eisen Metalle. Für Stolberg waren insbesondere die NE-Metalle Blei Kupfer Zink u. die Legierung Messing von großer Bedeutung.
Nelessen: Betreiber der Textilproduktion auf dem ehemaligen Kupferhof Gedau.
Nepomucenus-Mühle: Ehemalige Mühle an dem Verbindungsweg zwischen der heutigen Buschstr. u. der nach Buschmühle führenden Cockerill Straße. Die bereits 1646 kartographisch erwähnte Nepomucenus-Mühle gehörte zur Abtei Kornelimünster u. war über lange Zeit an Stolberger Kupfermeister verpachtet. Ursprünglich bestand die Nepomucenus-Mühle aus vier Hammerwerken, die zur Messing-Verarbeitung genutzt wurden. 1731 wurde sie von dem Abt Hyacinth Graf von Suys umgebaut. Nach der Säkularisierung der Abtei zu napolionischer Zeit diente die Nepomucenus-Mühle als Produktionsstätte der Textilindustrie mit folgenden Firmen:
Nest: kleinere, stockwerkartige Gangerweiterung. (Erzkörper)
Nest am Fahrschacht: Nestartiger Erzkörper in der Erzgrube Diepenlinchen, Erzführung: vorwiegend Bleiglanz.
Neue Stöck: Stöck
Neuenhammer: Von den beiden Brüdern Wilhelm u. Leonhard Hoesch 1724 in unmittelbarer Nähe des Platenhammers errichteter Reckhammer, der später von Leonhard Hoesch mit Wohn- u. Wirtschaftsgebäuden ergänzt wurde. Neuenhammer u. Platenhammer bildeten eine Einheit u. wurden als erweiterte Hofanlage gemeinschaftlich betrieben.
Neuer Franzgang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Diepenlinchen. Erzführung: vorwiegend Bleiglanz mit etwas Blende.
Neuer Simon: Betriebspunkt der Erzgrube Diepenlinchen, östlich des Hauptbetriebspunktes gelegen.
Neumühle: Jordan
Neusilber (Alpaka, Argentan): Der Schneeberger Arzt Dr. Ernst Geitner "erfand" 1823 eine Kupferlegierung, deren Farbe u. Glanz an Silber erinnert. In Anlehnung an den Begriff Argentum (lat. Name für Silber) nannte er diese neue Legierung Argentan. Später setzte sich der Begriff Neusilber oder Alpaka durch.
Neusilber ist eine Dreistoff- Legierung, die aus 50-55% Kupfer, 25-30% Zink u. 18-22% Nickel besteht.
Insbesondere um die Wende vom 19. zum 20. Jh. fand Alpaka häufig zur Herstellung von dekorativem Hausrat Verwendung.
Neutral Moresnet: Altenberg
Neuwerk: Erzfelder
Neven, Kristian, von der Scharten: Auch Kristian Hammersmede genannt.
Nievenheim: Standort einer Zinkhütte der STOLBERGER ZINK kurz bei Neuss. Die Hütte wurde in den Jahren 1913-14 erbaut. Als nach dem zweiten Weltkrieg die Schwefelsäure-Anlage der Zinkhütte Münsterbusch wegen Kriegseinwirkung abgerissen werden musste, wurde das Rösten sämtlicher Zinkerze für beide Hütten in Nievenheim durchgeführt.
Notgeding: Berggericht Gressenich