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Meigen


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Messing


Metallophyten


Metallurgische Gesellschaft


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Monthal


Muffel


Mühlen


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Alphabet der
Heimatkunde

Buchstabe M


 

 

Maar: Volkstümlicher A. für die Haupt-Pinge der Erzgrube Herrenberg. Eigenartigerweise verwendete der Volksmund den A. Maar als Substantiv femininen Geschlechtes (die Maar).


 

 

mächtig: Adjektiv von Mächtigkeit.


 

 

Mächtigkeit: Bergm. A. für die Dicke von (Gesteins-) Schichten, Flözen oder Gängen.


 

 

Macnamaragang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Breinigerberg.


 

 

Magma: natürlich vorkommende Gesteinsschmelze mit gelösten Gasen, die, aus der Tiefe aufsteigend, entweder in die Gesteine der Erdrinde eindringt u. dort zur Erstarrung kommt (Intrusion) oder bis zur Erdoberfläche gelangt u. dort ausfließt (Effusion) oder ausgeschleudert wird (Ejektion).


 

 

Mahlbahn: Kollergang


 

 

Makrel: Steinkohle-Flöze


 

 

Mannkammer (Aldenhoven): Waldgenossenschaft, die in früheren Jh. von großer Bedeutung war, da der Wald, u.a. als Bau- u. Brennholzlieferant sowie als Weide für das Vieh, zur Lebensgrundlage gehörte.

Ursprünglich fungierte der jeweilige Dompropst des Kölner Domstiftes als Lehensherr. Jeder Propst nahm nach seinem Amtsantritt vor dem Steinernen Kreuz in Aldenhoven Eid und Huldigung der "Mannen von Lehen" entgegen. Sein Stellvertreter, der Statthalter, musste dem Adel angehören und um Bezirk der Mannkammer auf einem "vollen Manngut" wohnen. Als Statthalter amtierten lange Zeit die Lehensnehmer der Eschweiler Burg.

Das Gericht Eschweiler, dessen Schultheißenamt ebenfalls ein Erblehen des Domstiftes war, diente als zuständige Instanz. Jülicher Vögte allerdings seit dem 16. Jh. die Schultheißen.

Zu den Nutzungsberechtigten der Mannkammer Aldenhoven gehörte der jeweilige Inhaber des Rittergutes Nothberg, der zugleich als Erbstatthalter der Mannkammer Nothberg vorstand und die Verbindung mit der Mannkammer Aldenhoven gewährleistete.

Als Waldgebiete, deren Teilbereiche einen bedeutenden Flächenanteil der heutigen Stadt Stolberg darstellen, sind zu nennen: Im Norden, jenseits der Inde, der "Propsteier Wald", dessen Name noch heute seine ursprüngliche Herkunft verrät. Im Osten, von Stolberg ausgehend, der ehemalige "Eschweiler Gemeindewald", der rechts der Inde und des Vichtbaches lag, den ganzen Donnerberg umfasste, die Herrschaft Stolberg aussparte und am Vogelsang in die heutige Altstadt hineinreichte.

Direkt der Mannkammer Nothberg unterstanden die Flächen des Finkenbergs und des Hammerbergs bis nach Werth hinauf. Die praktische Bewirtschaftung der Wälder oblag den amtierenden Holzgrafen, die dem Statthalter unterstanden u. die Förster beaufsichtigten.
Die Waldnutzung war vom Nachweis abhängig, dass der Inhaber des Gutes (Burg, Hof, Kotten) dieses vor dem Gericht der Mannkammer als Lehen empfangen hatte. Im Gegenzug hatten die "Mannen" bei Bedarf Dienst mit Pferd und Harnisch zu leisten. Später wurden diese Sachleistungen durch festgesetzte Geldbeträge abgegolten.

Es gab insgesamt vier verschiedene Waldberechtigungen: Manngüter, Wehrwagen, Taufgüter u. Kötter. Manngüter mussten mindestens 12 Morgen Land umfassen, Taufgüter die Hälfte u. Kötter ein Viertel dieser Größe. Nutzungsrechte der Zuordnung "Wehrwagen" besaßen die Höfe der Klöster, die nur Sachgüter stellten. Mann- u. Lehngüter durften nicht aufgeteilt werden. Geschah dies doch, musste alsbald ein neuer "Mann" gestellt werden, der im Bedarfsfall die Pflicht des Heerdienstes zu erfüllen hatte. Wie oben erwähnt, konnte in späterer Zeit, je nach Handhabung durch den Landesherren, auch finanzieller Ersatz geleistet werden.

Mit der Zugehörigkeit zur Mannkammer war das Anrecht auf Bau- u. Brandholz verbunden. Die Taufgüter, eigentlich Taub-Güter, bekamen Taubholz, worunter man in der Regel alle Hölzer außer Eiche u. Buche verstand. Die Kötter waren berechtigt dürres Holz abzuschlagen oder zu raffen. Arme Witwen u. Waisen durften um "Gotteslohn" Holz schlagen oder raffen, jedoch nur Bündel, die sie tragen konnten.

Der Wald diente auch als Weide für Kühe, Pferde u. Ziegen sowie vor allem im Herbst der Schweinemast.
Im Bereich des Hammerberges, dem so genannten Burgholz, ergaben sich immer wieder Interessenkonflikte zwischen den Bergleuten, die das landesherrschaftliche Bergregal nutzten u. nach Eisenerz, Galmei u. Bleierz gruben u. damit den ohnehin übermäßig genutzten Wald vollends ruinierten. Auch die Jagd lohnte sich mangels Wildbestand kaum noch, da es zeitweise nicht einmal mehr Niederwild gab. Ähnliche Auswirkungen ergaben sich im Bereich des Eschweiler Gemeindewaldes u. des Popsteier Waldes durch den Steinkohlebergbau.


 

 

Manöver: Die Gesamtheit der an einem Zinkreduktionsofen zu dessen Entleerung u. neuer Beschickung erforderlichen Arbeiten. Hierzu gehörten: das Abziehen des verhütteten Zinks aus den Vorlagen, das Abnehmen der Vorlagen, das Entfernen der Räumasche aus den Muffeln, das Austauschen defekter Muffeln, das Beschicken der Muffeln sowie das Ansetzen der Vorlagen für den nächsten Ofengang.

Auf Grund der mit diesen Arbeiten verbundenen starken Hitzebelastung, wurde das tägliche Manöver (auch Ofenarbeit genannt) während der frühen, kühlen Morgenstunden durchgeführt. Selbst als die entsprechenden Arbeiten einen hohen Mechanisierungsgrad erreicht hatten, erfolgte der Hauptteil der Ofenarbeit nach wie vor am frühen Morgen.


 

 

Marggraf, Andreas Sigismund (1709-1782): Renommierter Berliner Wissenschaftler, der in Straßburg Chemie, in Halle Medizin u. an der berühmten Bergakademie Freiberg Metallurgie studiert hatte. Seit 1738 war Marggraf Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Seine wissenschaftlichen Arbeiten u. Fachpublikationen zur Extraktion von Zink aus Galmei waren wegweisend für die weitere Entwicklung der Zinkindustrie. Ausschlaggebend war insbesondere seine Erkenntnis, dass die Destillation der Zinkdämpfe unter Luftabschluss erfolgen musste. (Zink, geschichtliches)


 

 

Maria: Haupt-Schacht der Grube Breinigerberg (ehemals Emilie). Der Mariaschacht wird heute vom Wasserwerk zur Wassergewinnung genutzt.


 

 

Marie Prudence: Ehemalige, am Stolberger Bahnhof gelegene Eisenhütte, die Ende 1860 von der Bergwerksgesellschaft GRILLON & CO. errichtet wurde. Der Betrieb der Hütte erfolgte dann bis zur Stillegung im Jahre 1866 durch die Firma MATHE-HOESCH.


 

 

marine Sedimente: Durch Meereswasser abgelagerte Sedimente


 

 

Markasit (Schwefelkies, Speer-, Strahl-, Kamm-, Leberkies): rhombisches Kristallsystem, FeS2 Eisensulfid. Markasit hat messingfarbenen, etwas ins grünliche gehenden Metallglanz u. ist als Bestandteil der Schalenblende in den Stolberger Lagerstätten weit verbreitet gewesen.

Markasit und Pyrit aus der Erzgube Zufriedenheit.

Obschon Markasit eigentlich ein Eisenerz darstellt, fand er als solches keine Verwendung, im Gegensatz zu dem durch Metasomatose entstandenen Umwandlungsprodukt Limonit.

Als in Stolberg im 19. Jh. die Soda-Industrie in Hochblüte stand, wurde der in den Zink- Bleierzgruben anfallende Markasit zur Herstellung von Schwefelsäure genutzt (Rösten).


 

 

Markscheide: Bergm. A. für die Grenze eines Grubenfeldes.


 

 

Marmatit: Schwarze, eisenreiche Zinkblende (Eisengehalt etwa 10%)

Marmatit, als Strickblende ausgebildet


 

 

Masseln: Eisenplatten, die beim Abstich eines Hochofens entstanden. Hierbei wurde die Eisenschmelze auf ein dem Hochofen vorgelagertes Sandbett geleitet, so dass flache, fladenförmige Eisenstücke entstanden. Da es sich um kohlenstoffreiches, sprödes Roheisen handelte, konnten die Masseln nach dem Erkalten einfach in handliche Stücke zerschlagen werden.

Die zerschlagenen Masseln dienten als Rohstoff zur Herstellung von Gusseisenprodukten.

Die Eisenschmelzer der Reitwerke wurden nach dem A. Masseln auch Massenbläser oder auch Mosseler genannt.


 

 

Massenbläser: Masseln


 

 

Mathe-Hoesch: Betreiber der Eisenhütte MARIE PRUDENCE.


 

 

Matthias Schacht: Steinkohle-Grube im Grubenfeld Birkengang


 

 

Maubacher Bleiberg: letzte großtechn. betriebene Erzgrube des hiesigen Raumes, die in den frühen 1950er Jahren von der STOLBERGER ZINK zwischen Gey u. Maubach aufgefahren wurde, wobei Prospektion u. Versuchsbetrieb bereits 1947 begonnen hatten.

Die Lagerstätte ist eingebettet in Buntsandsteinformationen, die sich in Form eines Dreieckes zwischen Kall, Satzvey, Gey erstrecken. Vererzt (Vererzung) ist lediglich der ca. 20m mächtige sogenannte mittlere Buntsandstein der vom oberen Buntsandstein mit einer Mächtigkeit von ca. 70m als Deckgebirge überlagert ist.

Im Gegensatz zu den üblichen Gang-Vererzungen handelt es sich bei dem Maubacher Bleiberg um eine Lagerstätte mit großflächiger Ausdehnung u. einer Mächtigkeit von ca. 20m. Die Erze sind allerdings mit einem Metallgehalt von ca. 3.5% relativ arm. Die Vererzung besteht hauptsächlich aus Bleiglanz mit deutlich weniger Zinkblende (untergeordnet auch Kupferkies u. Pyrit) u. liegt in Form einer Imprägnation der Sandsteine u. Konglomerate vor.

Auf Grund des speziellen Lagerstättentypes konnte das Erzfeld im Tagebau erschlossen werden. Allerdings wurde im benachbarten Mechernich der gleiche Lagerstättentypus im Tiefbau aufgefahren.

Die Erze sind als vollständige oder partielle Ausfüllung ehemaliger Hohlräume (meist partikelartig) im Sandstein bzw. im Konglomerat verteilt. Die Größe der einzelnen Erzkörner (Knotten, Knottenerz) hängt entscheidend von den Volumina der Hohlräume ab, die bei der Abscheidung der Erze zur Verfügung standen. Daher sind die einzelnen Knotten im feinkörnigen Sandstein erheblich kleiner ausgebildet als die Vererzungen, die sich in den aus groben Geröllen bestehenden Konglomeraten bilden konnten. In letzteren ist bei nur partieller Ausfüllung des Porenvolumens häufig eine idiomorphe Ausbildung der Erze zu beobachten.

Die Aufbereitung dieser sogenannten Knottenerze war relativ aufwendig.

Die Grube hatte eine Jahreskapazität von 25.000 t Konzentrat, woraus sich ca. 18.000 t Metall erschmelzen ließen.

Der Grubenbetrieb wurde 1968 eingestellt. Der ehemalige Tagebau dient heute als Mülldeponie.


Sandstein mit Bleiglanzknotten


Konglomerat mit Kupferkies

Fundort: Maubacher Bleiberg


 

 

Mausbach: Südöstl. des Stadtgebietes, oberhalb des Vichttals gelegener Ortsteil von Stolberg, der bis 1972 zur eigenständigen Gemeinde Gressenich gehörte.

Die im Bereich des Ortes verlaufenden Kalkzüge waren in reichem Maße vererzt (Vererzung). Insbesondere die Zinkerze des Galmei-Types wurden bereits von den Römern (römisches Messing) u. in späterer Zeit für die Kupfermeister abgebaut.

Um die Mitte des 19. Jh. erreichte der Bergbau in der an Mausbach angrenzenden Erzgrube Diepenlinchen großtechn. Dimensionen. Diepenlinchen wurde zum Hauptarbeitgeber der hier ansässigen Bevölkerung. Bedingt durch den Tiefenausbau der Gruben wurden in dieser Zeit in zunehmenden Maße Primärerze gefördert.


 

 

Mausbacher Hecke: Betriebspunkt der Erzgrube Diepenlinchen.


 

 

Meigen, Johann Wilhelm (1764-1845): In Solingen geborener Lehrer, Organist, Kartograph u. Privatgelehrter, der von 1796 bis zu seinem Tod in Stolberg tätig war.

Zunächst erteilte er französischen Unterrricht, vorwiegend für die Kinder der Stolberger Kupfermeister. Außerdem gab er Privatunterricht in den Fächern Zeichnen, Geographie, Weltgeschichte und Musik (Klavierspiel).

Auf Grund seiner vielseitigen Begabungen wurde Meigen mit weitern, unterschiedlichsten Aufgaben betraut. So erstellte er beispielsweise Konzessionsgesuche (teilweise mit zugehörenden Lageplänen) für die in Stolberg u. Eschweiler ansässige Industrie.

Fernerhin fertigte Meigen topographische Karten für die Bereiche:

1822/23 publizierte Meigen eine Serie astronomischer Karten. Darunter befand sich "Der gestirnte Himmel oder Beschreibung aller in Europa sichtbaren Sternbilder". Hierbei handelte es sich um einen Himmels-Atlas bestehend aus 16 Tafeln und einem Hilfsbuch.

Um 1808 berief man Meigen zum Sekretär des "Handlungs-Comite's". Letzteres war ein Zusammenschluss von Kupfermeistern, u. beschäftigte sich u.a. mit der Festlegung der Messingpreise.

Ab 1810 war Meigen ebenfalls Sekretär der 1804 gegründeten Stolberger "Chambre consultative de manufactures, fabriques, arts et métiers" (Handelskammer).

1827 gab Meigen ein Handbuch für Schmetterlingssammler mit 16 Steintafeln heraus. Unmittelbar danach begann er ein größeres Werk zur Schmetterlingskunde, welches letztlich 3 Bände mit insgesamt 125 Tafeln umfasste.

Internationale Beachtung u. Anerkennung fanden seine Studien u. seine Publikation zur Systematik (Bestimmungsschlüssel) der europäischen zweiflügeligen Insekten (Dipteren). Das 7-bändige Werk erschien in der Zeit von 1818 bis 1838 u. führte über 5000 Arten auf. Auf Grund dieser Arbeiten wurde ihm kurz vor seinem Tod die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm Universität Bonn verliehen.

Kupferdrucktafel mit Dipteren,
gezeichnet u. gestochen
von J.W. Meigen.


 

 

Meiler: Aus Spalt- u. Astholz (vorzugsweise Buche) aufgebauter, mit Erde abgedeckter Holzstoß, welcher in Form einer Halbkugel ausgeführt wurde u. der Verschwelung des in selbigem aufgeschichteten Holzes zu Holzkohle diente.

Heute verwendet man zur Herstellung von Holzkohle ortsfeste Öfen, die gegenüber den früheren Meilern den Vorteil haben, dass die bei der Verschwelung flüchtig werdenden Nebenprodukte (Holzgas, Holzgeist, Holzteer, Rohholzessig) genutzt werden können.

Meiler wurden in früherer Zeit direkt im Wald in unmittelbarer Nähe der Einschlagplätze (Kohlzirkel) auf einem zu diesem Zweck eingeebneten Platz (Meilerplatte) von den Köhlern errichtet u. benötigten relativ trockenes, abgelagertes Holz.

In der Mitte des Meilers befand sich der durch Fichtenstangen u. Eisenreifen abgestützte Feuerschacht, der auch Fülle oder Quandelschacht genannt wurde. Um diesen Schacht herum wurde das zu verkohlende Holz in zwei oder drei Etagen, den sogenannten Gesetzen, angestellt. In der Mitte standen die Hölzer fast senkrecht u. nach außen hin zunehmend schräger, um die Meilerflanke auszubilden.

Über dem obersten Gesetz wurde aus kürzeren u. krummen Scheiten der Meilerkopf aufgeschichtet, in dessen Bereich die Hölzer, entsprechend der halbkugeligen Form des Meilers, erheblich weniger geneigt (bis fast waagerecht) angeordnet waren, als innerhalb der darunter liegenden Gesetze.

Da der Meiler quasi unter Luftabschluss abgebrannt werden musste, wurde selbiger zunächst mit altem, im Vorherbst abgefallenem Buchenlaub u. dann mit Kohlerde (einer Mischung aus Asche, Kohlegrieß u. Humus) abgedeckt. Das zuvor aufgebrachte Buchenlaub sollte ein Hineinrieseln der Kohlerde in das Meilerinnere verhindern.

Im unteren Flankenbereich des Meilers wurde an mehreren, auf den Umfang verteilten Stellen die Abdeckschicht zur Anlage von Zuglöchern durchstoßen. Durch die Schaffung weiterer bzw. durch das Verschließen bereits existierender Zuglöcher konnte beim Abbrennen des Meilers die Luftzufuhr so gesteuert werden, dass man einerseits eine gleichmäßige Verschwelung erzielte, der Meiler andererseits jedoch nicht durchbrannte.

Zum Abbrennen (Verschwelen) des Meilers, welches insgesamt einen Zeitraum von ca. einer Woche in Anspruch nahm, wurde auf der Meilerkuppe unmittelbar neben dem Feuerschacht das sogenannte Vorfeuer angezündet, dessen Glut man in den Feuerschacht gab, worauf letzterer bis zum oberen Rand mit Holzkohle verfüllt u. mittels einer Rasenplagge verschlossen wurde. Sobald die eingefüllte Holzkohle durchgebrannt war, wurde Brennholz in den Feuerschacht zugegeben u. regelmäßig nachgelegt. Dieser Vorgang, den man auch ‘füttern’ nannte, diente der Verdampfung des im Holz vorhandenen Wassergehaltes u. erstreckte sich über ein bis zwei Tage. Die Periode des ‘Fütterns’ wird auch endotherme Phase genannt, da sie einer (schubweisen) Zufuhr von Energie in Form von Brennholz bedarf.

Der Schwelbrand trat dann in die exotherme Phase ein, in welcher er sich ohne Zufuhr weiterer Energie u. wiederum gesteuert durch die Zuglöcher, über das gesamte Meilervolumen ausbreitete.

Der fertig verschwelte Meiler musste ca. 24 Stunden auskühlen, bevor mit dem sogenannten Ausräumen begonnen werden konnte. Die teilweise noch glühende Holzkohle wurde abgelöscht u. nach dem vollständigen Erkalten abtransportiert. Je nach Anzahl der Helfer u. Größe des Meilers nahm das Ausräumen nochmals drei bis vier Tage in Anspruch.


 

 

Meilerplatte: Eingeebneter, zum Aufbau eines Meilers vorbereiteter Platz.


 

 

Melder: Möller


 

 

Mercur: Eine bei Bad Ems gelegene Zink- Bleierzgrube des EMSER BLEI- UND SILBERWERKES, welches 1909 von der STOLBERGER GESELLSCHAFT erworben wurde.


 

 

Messing (gelbes Kupfer): Legierung aus den beiden Metallen Kupfer u. Zink mit Kupfergehalten zwischen 60 u. 90%. Farbe u. Glanz der frischen, nicht angelaufenen Legierung sind dem Gold sehr ähnlich.

Messingwaren

Als techn. Abkürzung hat sich die Buchstabenkombination ‘Ms’ mit einer darauf folgenden Zahlenangabe durchgesetzt, wobei letztere den Kupfergehalt in Prozent angibt. Ms 63 z.B. ist eine Legierung aus 63% Kupfer u. 37% Zink. Geringe Blei-Zusätze (meist bis zu 3%) machen die Legierung spröde, was die Zerspanarbeit durch Bildung kurzer Späne erleichtert, die Kaltverformung jedoch erheblich erschwert.

Messinglegierungen mit einem Kupfergehalt von über 70% werden Tombak genannt.

Die Eigenschaften von Messing (insbesondere Festigkeit, Härte u. Elastizität) hängen nicht nur von der Zusammensetzung, sondern ganz entscheidend auch vom Grad der Kaltverformung ab. Eine eingetretene Kaltverfestigung lässt sich durch Erhitzen (Glühen) wieder beseitigen, was meist dann angewendet wird, wenn ein bereits kaltverfestigtes Werkstück weiter verformt werden soll.

Bezüglich der Verarbeitungseigenschaften hat Messing wegen seiner dünnflüssigen Schmelze einen entscheidenden Vorteil, da es, im Gegensatz zum Reinmetall Kupfer, einen blasenfreien Guss erlaubt.

Im Stolberger Raum konnte sich das Messinggewerbe auf der Basis verschiedenster Standortfaktoren (Galmei-Lagerstätten der unmittelbaren Umgebung u. des Altenberges, Wasserkraft der Vicht, Holzreichtum der angrenzenden Eifelwälder) zu einer Hochblüte entfalten (Messing-Herstellung).

Übersicht Standortfaktoren

Zur Zeit der Kupfermeister (ca. 16. - 19. Jh.) u. wohl auch zur Römerzeit (1. - 4. Jh. römisches Messing) war Messing das weitaus bedeutendste Handelsgut im Stolberger Raum. Im 18. Jh. beherrschten die Kupfermeister monopolartig die Messingmärkte in ganz Europa.

In der ersten Hälfte des 18. Jh. dürften im Stolberger Messinggewerbe 1.200 bis 1.300 Arbeitskräfte beschäftigt gewesen sein. Für das Jahr 1726 sind 200 Messingöfen mit einer Produktionsleistung von insgesamt 60.000 Zentnern p.a. (3.000 Tonnen) belegt.

Über Jahrhunderte wurde Messing nicht als Legierung erkannt u. in der Umgangssprache (gelbes) Kupfer genannt (Zementation).

Da die Kupfermeister überwiegend Messingprodukte fertigten, zu deren Herstellung erhebliche Kaltverformungen (Hämmern, Treiben) erforderlich waren, mussten blei-arme, nicht spröde Messinglegierungen angestrebt werden. Daher wurden möglichst bleifreier Galmei (Altenberg) u. bleifreies Kupfer bevorzugt.


 

 

Messing-Herstellung: Messing, besteht aus Kupfer u. Zink (Legierung), und konnte bis ca. 1850 nur unter Einsatz von Galmei, Kupfer u. Holzkohle nach dem Zementationsverfahren hergestellt werden, da Zink bis ins 18. Jh. als Reinmetall nicht bekannt u. bis zur Mitte des 19. Jh. kaum verfügbar war.

Die bei der Zementation erforderlichen Galmeimengen (gewichtsbezogen) waren ca. doppelt so hoch wie die einzusetzenden Kupfermengen, so dass aus wirtsch. Gründen (Transportkosten) die Messingstandorte an Galmei-Lagerstätten gebunden waren.

In den Messingöfen wurde als Zwischenprodukt zunächst Rohmessing (Arco) hergestellt, welches unter erneuter Zugabe von Kupfer, Holzkohle u. Galmei zusammen mit Messingschrott zu Plattenmessing weiter verarbeitet wurde. Der eigentliche Guss des fertig erschmolzenen Plattenmessings erfolgte in Formen, deren Boden u. Deckel aus gut geglätteten Granitplatten bestanden, den sogenannten bretanischen Steinen oder auch Bretanier genannt. Dieses Verfahren lieferte relativ dicke Platten, die zur Herstellung von Fertigprodukten mittels großer Scheren zunächst geschnitten u. dann in der Latschmühle auf Blechstärke ausgehämmert werden mussten. Hierzu, aber auch zum Austreiben (Treiben) von Tiefwaren, errichtete man Hammerwerke, die im Stolberger Raum durch die Wasserkraft von Vicht, Inde u. Wehe bzw. deren Nebenbäche angetrieben wurden.

Nachdem um die Mitte des 19. Jh. metallisches Zink in Reinform zur Verfügung stand, konnte dieses Zink zusammen mit Kupfer zur Herstellung der Messinglegierung erschmolzen werden. Hieraus ergab sich bei der Messing-Herstellung bezüglich des Rohstoffeinsatzes eine Verschiebung der Mengenrelationen. Während der Galmei früher den Hauptanteil ausmachte, konnte dieser jetzt durch metallisches Zink ersetzt werde, welches nur noch mit ca. 30% am Gesamtlegierungsgewicht beteiligt war. Somit wurde es aus wirtsch. Gründen interessant, das metallische Zink zu den Kupferhütten zu transportieren u. die Messinglegierung dort herzustellen. Hierdurch verlor Stolberg seinen wichtigsten Vorteil als Messingstandort. Der Not gehorchend wurden die Kupfermeister teilweise auch in anderen Wirtschaftszweigen (z.B. Glas- u. Textilindustrie) tätig. Andere wiederum, wie beispielsweise die Kupfermeisterfamilie Prym, spezialisierten sich auf die Massenproduktion von Kurzwaren.


 

 

Messing, Produktionszahlen: Bezüglich der Produktionsmengen des Stolberger Messinggewerbes finden sich in der Literatur stark unterschiedliche Angaben, die gelegentlich als widersprüchlich bewertet werden. Bei dieser Sachlage ist man natürlich geneigt, zunächst die Glaubwürdigkeit der Quellen in Zweifel zu ziehen.

Andererseits handelt es sich um Angaben, die aus der Zeit des "Ancien Régime" stammen, als noch kein einheitliches Maßsystem etabliert war. Es ist somit keinesfalls gewährleistet, dass es sich bei den Gewichtsangaben (Pfunde oder Zentner) in den einzelnen Quellen um identische Maßeinheiten handelt.

Fernerhin beziehen sich die Angaben meist auf unterschiedliche Zeithorizonte, so dass man nicht unbedingt Ungenauigkeiten in den Quellen unterstellen muss, sondern ebenso gut zeitliche Produktionsschwankungen annehmen kann

Hinsichtlich der Jahresproduktionsmengen lässt sich die Quellenlage wie folgt zusammenfassen:

Die Umrechnung der Maßeinheiten erfolgte
entsprechend der heute gültigen Konventionen:
2 Pfund = 1 kg u. 100 Pfund = 1 Zentner.

Insbesondere der für das Jahr 1726 angegebene Maximalwert von 3.000 Jahrestonnen wird häufig bezweifelt und als übertrieben angesehen. Andererseits liegt dieser Datenpunkt innerhalb der Epoche, die zweifelsfrei als Hochblüte des Stolberger Messinggewerbes gilt. Somit kann die Tendenz des gezeigten Kurvenverlaufes sehr wohl als realistisch angesehen werden, obgleich die absolute Höhe des Maximalwertes fraglich ist.


 

 

Messingbrennen: Galmeiverfahren, Zementation


 

 

Messingofen: Aus Stein gemauerte, fast gänzlich im Boden eingelassene Konstruktion mit meist drei kuppelförmig ausgeführten Ofenhöhlungen zum Brennen von Messing nach dem Zementations- Verfahren.

Messingöfen nach Krünitz

In jedem dieser Öfen befanden sich eiserne Roste zur Aufnahme der Schmelztiegel. Die Öfen wurden in Stolberg meist mit Steinkohle, seltener mit Klafterholz beheizt, wobei der Brennstoff so eingefüllt wurde, dass er die Tiegel allseitig umgab. Die gesamte Charge, einschließlich der Schmelztiegel, wurde vor dem Brennvorgang mit Stückkohle abgedeckt.

Bezüglich des Einsatzes von Kohle als Wärmeenergieträger bei metallurgischen Prozessen kann das Messingbrennen allerdings in gewisser Weise als Sonderfall gelten (Steinkohle).

Während des Brennvorganges, der zwölf Stunden dauerte, wurde der Luftzug meist durch einen wasserradgetriebenen Blasebalg verstärkt. Der Rauch konnte durch einen gemeinsamen Rauchfang, auch Krug genannt, abziehen.

In Stolberg fanden zum Messingbrennen auch Öfen Verwendung, die nach der Art von Glühöfen ausgeführt waren.


 

 

Messingzubrand: hüttenm. A. für die Gewichtszunahme des eingesetzten Kupfers bei der Zementation. Die Gewichtszunahme wurde bei der Legierungs-Bildung durch die Zinkbestandteile verursacht, die jedoch nicht erkennbar in Erscheinung traten u. auch nicht als Legierungskomponente gedeutet wurden (gelbes Kupfer).


 

 

Metalldrücken: Drücken


 

 

Metalle: Chem. Elemente mit folgenden Eigenschaften: starker Glanz (Metallglanz) durch hohes Reflexionsvermögen, sehr großes Absorptionsvermögen (Undurchsichtigkeit auch in dünnen Schichten), außerordentlich gute elektrische- u. Wärmeleitfähigkeit u. meist gute plastische Verformbarkeit (Kaltverformung). Die meisten dieser Eigenschaften beruhen darauf, dass im metallischen Kristallgitter die äußeren Elektronen nur lose gebunden sind u. leicht verschoben werden können.

Mit Ausnahme des Quecksilbers befinden sich alle Metalle bei den in der Biosphäre üblicherweise vorliegenden Temperaturen in festem Zustand.

Die Metalle Zink, Blei u. Eisen, deren Erze in den hiesigen Erzlagerstätten vorkamen, spielten seit der Römerzeit (Erzabbauepochen) bei der Entwicklung des Stolberger Wirtschaftsraumes eine herausragende Rolle.


 

 

Metallophyten: Schwermetallresistente Pflanzen, die auch auf Böden mit relativ hohen Konzentrationen von Blei, Cadmium, Kupfer und/oder Zink gedeihen können. Die Charakterarten der Stolberger Galmeiflora gehören allesamt zu den Metallophyten.

Die Schwermetallresistenz der Metallophyten beruht z.T. darauf, dass die Aufnahme von Schwermetallen über die Wurzel bereits selektiv ausgeschlossen wird. Fernerhin sind die Metallophyten in der Lage, die Schwermetalle so in die Zellstrukturen einzubauen, dass ihre Toxizität weitestgehend kompensiert wird. So werden die Schwermetalle entweder durch den Einbau in die Zellwände oder durch die Bindung an organische Säuren deaktiviert. Während der erstgenannte Wirkungsmechanismus Vermeidung oder Avoidance genannt wird, bezeichnet man letzteren als Verträglichkeit oder Toleranz.


 

 

Metallurgie (Metallhüttenkunde): Techn. Wissenschaft, die sich mit dem Erschmelzen von Metallen aus ihren Erzen befasst.


 

 

metallurgisch: hüttenkundlich, Metallurgie


 

 

Metallurgische Gesellschaft zu Stolberg: Kapitalgesellschaft, die 1838 von Kaufleuten u. Grubenbesitzern mit dem Ziel gegründet wurde, Zink- u. Blei-Produkte herzustellen u. die hierzu erforderlichen Rohstoffe zu erschließen. Neben dem Hauptkapitalgeber James Cockerill waren u.a. dessen Bruder John sowie Barthold Suermondt aus Aachen, der Direktor der Eschweiler Drahtfabrik Friedrich Thyssen u. das Kölner Bankhaus Salomon Oppenheim beteiligt.

Bei ihrer Gründung sind folgende Betriebseinrichtungen u. Grubenanteile in die Metallurgische Gesellschaft eingebracht worden:

1840 wurde die James-Grube von der Metallurgischen Gesellschaft übernommen, eine von James Cockerill betriebene Kohlegrube in unmittelbarer Nähe der Zinkhütte Münsterbusch.

Die Metallurgische Gesellschaft verpachtete 1841 sämtliche Betriebseinrichtungen an den Marquis de Sassenay u. übertrug 1845 das gesamte Gesellschaftsvermögen der KOMMANDITGESELLSCHAFT DE SASSENAY & CIE.


 

 

Metasomatische Lagerstätte: Metasomatose


 

 

Metasomatose: chem. Vorgang, bei dem Gesteine, Erze oder Teile derselben durch Reaktionsprodukte im Austausch ersetzt (verdrängt) werden. Auf diese Weise umgewandelte Erzlagerstätten werden metasomatische- oder Verdrängungslagerstätten genannt. Das ursprünglich entstandene Erz wird als Primärerz u. das Reaktionsprodukt als Sekundärerz bezeichnet.

In den Stolberger Erzlagerstätten hat eine Metasomatose von Schalenblende zur Galmeiparagenese stattgefunden (Galmei-Entstehung). Da der Vorgang der Metasomatose in den Stolberger Lagerstätten von der Oberfläche ausging u. sich abwärts gerichtet in größere Tiefen fortpflanzte, spricht man von deszendenter Metasomatose. In diesem Sinne ist das Sekundärerz (Galmeiparagenese) als metasomatischer- oder Verdrängungslagerstättentypus aufzufassen.

Schalenblende aus dem Steinbruch Bernardshammer, am oberen Rand zu Galmei zersetzt.

Relikt intakter Schalenblende in eisenschüssigem Galmei:

 Fotos:
Videoproduktion
Karl Irle

Die Dolomitisierung (Umwandlung von Kalkstein nach Dolomit) ist ebenfalls ein Umbildungsprozess, welcher der Metasomatose zuzurechnen ist.


 

 

Michels: Etwa 1717 in Amsterdam geboren, lebte Michael Michels um 1745 in Burtscheid, kam spätestens Anfang der 1760er Jahre nach Stolberg u. wurde hier Kupfermeister auf Sonnental.

Michels wurde also im Messinggewerbe unternehmerisch tätig, als die Blütezeit dieses Wirtschaftszweiges bereits zu Ende ging. Trotzdem war Michels in Stolberg mit gutem Erfolg tätig.

Im März 1772 wurde Michael Michels Eigentümer des Hofes Grünenthal. Sein Sohn Johann Friedrich betrieb u. bewohnte den Hof Sonnental.

Nach dem Tod von Michael Michels im Dezember 1789 kam sein oben erwähnter Sohn in den Besitz beider Hofanlagen, welche bis in die 30er Jahre des 19. Jh. im Eigentum der Familie Michels verblieben.


 

 

Mineralien (Minerale): Alle festen, fast ausschließlich anorganischen Naturkörper der Erdkruste, die nahezu alle kristallin aufgebaut sind.

Als natürliche Rohstoffe sind Minerale für das Montanwesen (z.B. Erze) sowie für die chemische-, keramische-, Glas- u. Baustoffindustrie von hoher Bedeutung.

Die größte Gruppe des Mineralreiches wird von den Gesteinen gebildet, die allesamt aus Mineralien oder - besser gesagt - aus einem Mineralgemenge bestehen. Insbesondere im Falle der Sedimentgesteine können die Bestandteile auch organischen Ursprungs sein (Kalkstein).

In Stolberg gehörten insbesondere Erze, Kalkstein u. Dolomit zu den Mineralien von hoher wirtsch. Bedeutung.

Im umgangssprachlichen Gebrauch wird der Begriff Mineralien häufig auch in einem anderen, in einem eingeschränkten Sinn verwendet. Hierbei bleibt der Ausdruck "Mineralien" den Stücken vorbehalten, die ein bestimmtes Mineral oder mehrere unterschiedliche Minerale (oft als Einzelkristalle) erkennen lassen. In diesem Fall spricht man häufig auch von Mineralstufen.


 

 

Mirck: Handelszeichen, welches vorwiegend von den früheren Zünften dem jeweiligen Zunftmitglied zur Kennzeichnung seiner Produkte verliehen wurde.

Auch die Kupfermeister versahen ihre Produkte (z.B. gegossene Messingplatten) mit dem jeweiligen Mirck. (Messing-Herstellung).

Darstellung von Mircken an der
Jugendstilgalerie des Untersten Hofes
Fotos: Axel Pfaff


Leonhard
Schleicher
1591


Serveas von der
Weiden
1612


Heinrich
Hansen
1584


Johannes
Markant
1686


Mathis
Peltzer
1583


Jeremias
Hoesch
1661

Obschon hinsichtlich des Mircks von Serveas von der Weiden ausdrücklich behauptet wird, es sei lediglich ein graphisches Zeichen, dessen Sinn nicht zu deuten sei, ist es nicht auszuschließen, dass die Mircken ursprünglich nicht nur Handelszeichen, sondern auch Sinnzeichen mit entsprechender Symbolik gewesen sind.

Zumindest ansatzweise ist uns die Bedeutung des Mircks von Leonhard Schleicher überliefert.

Das auch als "Leonhard-Kreuz" bekannte Mirck zeigt im unteren Teil zwei Andreas-Kreuze (xx), an deren Zusammentreffen ein drittes (lateinisches) Kreuz senkrecht dazu angeordnet ist. Ähnlich wie bei mehreren Wappen der Kupfermeisterfamilien haben wir es hier also wieder mit der Zahl Drei zu tun, so dass ein Bezug zur göttlichen Dreifaltigkeit zu vermuten ist.


 

 

Mittel: Berge


 

 

Mittlerer Gang: Gangartiger Erzkörper in der Erzgrube Hammerberg.


 

 

Möller (Melder): Schuppen zum Lagern von Holzkohle in einem Reitwerk.


 

 

Möller (2): vorgemischtes Gemenge aus Eisenerz, Koks u. Zuschlagstoffen, mit welchem moderne Hochöfen beschickt werden.


 

 

Momma: Stolberger Kupfermeister in der Roderburgmühle.


 

 

Mommas Hof: Kupferhof, welcher Teil der Roderburgmühle gewesen ist.


 

 

Mondenschein, Bernard: Inhaber des Erbforsthofes in Gressenich, Verwalter der herzoglichen Besitzanteile am Dollartshammer u. Gründer des Bernardshammers (1564). Sein Sohn Johann wurde Nachfolger im Amt des Erbförsters von Gressenich.


 

 

Mondohlhaus: Kleineres Gebäude oder Gebäudeteil innerhalb eines Kupferhofes, wo die in der Schlacke verbliebenen Metall-Gehalte zurückgewonnen wurden.


 

 

monoklin: Kristallsystem


 

 

Monthal: Flache, sandgefüllte Mulde, in welche das Rohmessing zum Erkalten hineingegossen wurde. Auch bei der Herstellung von Plattenmessing fand das Monthal zur Bereitstellung der großen Gießtiegel Verwendung.


Messing - Gießhalle
nach Krünitz (etwa Bildmitte: Monthal)


Ausschnitt mit Monthal


 

 

Moresnet: Altenberg


 

 

Mosseler: Masseln


 

 

Muffel: Röhrenförmiger Hohlkörper mit meist ovalem Querschnitt aus feuerfestem Material (Ton). Muffeln finden überall dort Verwendung, wo unter großer Hitze ein Umwandlungsprozess abläuft, der einen völligen Ausschluss störender Gase (insbesondere Luftsauerstoff u./oder Flammgase) erfordert.

Häufig setzen diese Umwandlungsprozesse ihrerseits auch wieder Gase frei, die in den geschlossenen Muffeln weder mit dem Luftsauerstoff noch mit den Flammgasen der Ofenbeheizung in Kontakt kommen u. somit als reine Prozessgase gesammelt u. einer Nutzung zugeführt werden können.

In Stolberg fanden Muffeln zum Rösten sulfidischer Erze (hauptsächlich Zinkblende u. Bleiglanz), bei der Zinkdestillation u. bei der Fabrikation von Natriumsulfat (Leblanc-Verfahren) Verwendung.


Prinzipskizze einer Zinkmuffel


Anordnung von Zinkmuffeln entsprechend ihrer Positionierung in einem Zinkreduktionsofen. Modellinstallation Zinkhütter Hof.

Die Zinkmuffeln bestanden meist aus einer Mischung von Schamotte, Ton, Quarzsand u. Koksstaub.


 

 

Muffelofen: Industrieofen, bei dem (im Gegensatz zum Flammofen) das einer Wärmebehandlung zu unterziehende Gut nicht direkt mit den Flammgasen u. meist auch nicht mit dem Luftsauerstoff in Kontakt kommt, sondern indirekt aufgeheizt wird. Hierzu ist der Muffelofen mit einer oder mehreren Muffeln ausgerüstet, die mit dem zu verarbeitenden Stoff oder Stoffgemisch beschickt werden. Die Muffeln sind innerhalb des Feuerraumes so platziert, dass sie von den heißen Flammgasen allseitig umströmt werden.

In Stolberg fanden Muffelöfen zum Rösten sulfidischer Erze (hauptsächlich Zinkblende u. Bleiglanz), bei der Zinkdestillation u. bei der Fabrikation von Natriumsulfat (Leblanc-Verfahren) Verwendung.


 

 

Mufflerie: Betriebseinrichtungen innerhalb von Zinkhütten zur Herstellung von Muffeln u. Vorlagen.


 

 

Müffling, Karl Ferdinant Freiherr von: Tranchot- Karte


 

 

Mühle: Allgemein gebräuchlicher A. für den Stadtteil Unterstolberg, der um die ehemalige Jan-Ravens-Mühle bzw. Roderburgmühle entstanden ist (siehe auch "Mühlen").


Jan-Ravens-Mühle


Roderburgmühle


Roderburgmühle

Die Entwicklung des Stadtteils Mühle wurde entscheidend von den dortigen Kupferhöfen sowie vom Steinkohle-Abbau beeinflusst (Großes Rad). Eine bedeutende Rolle spielten ebenfalls die Jordanhütte (Glasproduktion) u. die Sayettspinnerei.


 

 

Mühlen: Der Ausdruck "Mühle" wurde insbesondere in früherer Zeit (und teilweise auch heute noch) in mehrfachem Sinne gebraucht, wobei dieser Begriff ursprünglich ausschließlich für mechanische Einrichtungen zum Mahlen von Getreide stand. Da die Mühlenmechanik sowie die unterschiedlichen Antriebe auch für andere Gewerke Verwendung fanden, wurden im Laufe der Zeit verschiedenste technische Einrichtungen mit dem Begriff "Mühle" belegt.

Bezeichnet wurden solche Anlagen entsprechend...

der Art des Antriebes: Handmühle, Tiermühle (Göpel), Windmühle, Wassermühle
der Art des Mahlgutes: Korn- bzw. Getreidemühle, Erzmühle
der Art des Arbeits-
prozesses:
Mahlmühle, Schleifmühle, Walkmühle, Stampfmühle (Pochwerk), Hammermühle (Hammerwerk), Schneidmühle
der Art der hergestell-
ten Fertigprodukte:
Ölmühle, Tief(waren)-
Mühle
, Drahtmühle (Drahtzug)

Letztlich wurde der Terminus "Mühle" auch für die Gesamtheit ganzer Produktionsstätten einschließlich aller Haupt- u. Nebenanlagen verwendet (z.B. Papiermühle, Kupfermühle).

In Stolberg wird die gesamte Unterstadt auch heute noch als "Mühle" bezeichnet. Dieser Ausdruck bezieht sich möglicherweise auf die Jan-Ravens-Mühle oder ganz allgemein auf die Vielzahl der dort betriebenen Mühlenanlagen.

Hinsichtlich der Antriebsart waren in Stolberg nahezu ausschließlich Wassermühlen gebräuchlich.

Abhängig von der Führung des Aufschlagwassers lassen sich sich bei den Wassermühlen unterschlächtige (oder unterschlägige) und oberschlächtige (oder oberschlägige) Wasserräder unterscheiden.


Unterschlächtiger
Antrieb


Oberschlächtiger
Antrieb

Quelle: Bürger Albrecht Partner, Agentur für Kommunikation u. Design GmbH


 

 

Mühlenbaum: (Spill, Wellenbaum) Hauptantriebswelle eines Hammerwerkes.


 

 

Mühlen, zur: Stolberger Unternehmerfamilie, welche u.a. die Steinbrüche bzw. Kalkwerke Bärenstein, Rotsch u. Rüst betrieb.


 

 

Mühlenschläger: Arbeiter in einer Latschmühle.


 

 

Mulartshütte: Ehemalige Eisenhütte (Reitwerk) an der oberen Vicht unterhalb Rott. Die bereits 1504 urkundlich erwähnte, wahrscheinlich nach einem ihrer Besitzer (Mulart) benannte Hütte gilt als Ursprung des an gleicher Stelle entstandenen, gleichnamigen Ortes.


 

 

Mulde: Falte


 

 

Mumm: Steinkohle-Flöze


 

 

Münch, Jakob: VEREINIGTE KETTENFABRIK


 

 

Münsterbach: Lokal gebräuchlicher A. für den Oberlauf der Inde, bachaufwärts der Mündung des Vichtbachs.


 

 

Münsterbusch: Westl. des Vichttaleinschnittes gelegener Stadtteil von Stolberg, der ursprünglich zur Reichsabtei Kornelimünster u. bis 1935 zur Gemeinde Büsbach gehörte.

Die Entwicklung des Stadtteils Münsterbusch wurde entscheidend durch den Abbau von Steinkohle geprägt (Münsterkohlberg, James-Grube). Auf Grund dieser lokal verfügbaren Steinkohle siedelten sich zu Beginn der Industrialisierung eine ganze Reihe von Industriebetrieben an; darunter Glashütten, die Zinkhütte Münsterbusch (St. Heinrich) u. die Bleihütte Münsterbusch.

Die anfallende Menge an Industrieabgasen (sowohl Rauchgase als auch Röstgase) stellte gerade im Stadtteil Münsterbusch ein ernstes Umweltproblem dar u. veranlasste die Stolberger Bevölkerung, die Bewohner dieses Bezirkes scherzhafterweise als Schwambülle zu bezeichnen.


 

 

Münsterfeld: Erzfelder


 

 

Münstergewand: Geol. Störung, die westl. von Stolberg (im Bereich Brockenberg- Büsbach) in Nord-Süd Richtung verläuft. Der Gesamtversatz der Schichtung beträgt ca. 250 m. Die Münstergewand ist eine der beiden lokalen Hauptstörungen u. lässt sich nach Norden hin bis zum Niederrhein verfolgen.


 

 

Münsterkohlberg: Süd-westl. Teil der von Steinkohle- Flözen durchzogenen Indemulde.

Wie der Name bereits erkennen lässt, waren die Äbte der Reichsabtei Kornelimünster bis zur Säkularisierung ihres Klosters zu napoleonischer Zeit Territorialherren des Münsterkohlbergs. Um 1500 bereits fand im Münsterkohlberg Kleinbergbau auf Kohle statt, wobei die an der Tagesoberfläche anstehenden Flöze (Ausbiss) mit bergtechn. sehr einfachen Mitteln in Pingen-Bauweise eingewonnen wurden.

1591 erhielten die Brüder Gerlach u. Wilhelm Beck eine Konzession zum kommerziellen Kohleabbau. 1608 gingen die Abbaurechte auf Zander Morenou über. Der Förderbetrieb wurde um 1650 zunächst wieder eingestellt, bis 1780 eine erneute Konzession an den Freiherrn Rudolf Konstanz von Geyr zu Schweppenburg erteilt wurde. 1793 wurde das Bergwerk dem Johann Joseph de Berghes u. dem Thomas D. Ehlers in Pacht gegeben.

1830 erwarb John James Cockerill im Verein mit den Gebrüdern Siegwarth (damals führend in der Stolberger Glashüttenindustrie) die Bergbaurechte im Münsterkohlberg samt aller bergtechn. Einrichtungen.

1834 übernahm James Cockerill den Grubenbetrieb in alleiniger Verantwortung, u. die nach ihm benannte James-Grube dominierte bis zu ihrer Schließung 1891 den Kohleabbau im Münsterkohlberg.


 

 

Münsterpumpe: Pumpenhaus


 

 

Murchison, Roderick Impey (1792-1871): Engl. Privatgelehrter u. Direktor der Fachzeitschrift GEOLOGICAL SURVEY. Murchison war u.a. beteiligt an der Klärung der devonischen Schichtverhältnisse u. erstellte zusammen mit Sedgwick eine der frühesten geol. Karten des Gebietes zwischen Maas u. Eschweiler.


 

 

muten: die Genehmigung zum Abbau von Bodenschätzen beantragen (Mutung).


 

 

Mutterlauge: Sodalauge, die bei der Filtration der durch Eindampfen entstandenen, kristallisierten Soda als wässrige Lösung die Filter passierte (Leblanc-Verfahren). Die Mutterlauge fand üblicherweise bei der Herstellung von Natronlauge Verwendung.


 

 

Mutung: Gesuch an den Repräsentanten des Landesherrn (Bergmeister oder Bergamt), die Abbaurechte (Konzession) für Bodenschätze in einem bestimmten Feld zu verleihen (muten).


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