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Cadmium: (Cd) Weiches, silberweißes, stark toxisches Schwermetall. Cadmium kommt in Stolberg in äußerst geringer Konzentration als Bestandteil der Zinkblende vor (Substitution von Zinkatomen durch Cadmiumatome in der Kristall-Gitterstruktur). In der Sekundärerz-Paragenese werden in Stolberg die Cadmiumgehalte häufig als eigenständiges Mineral (Greenockit) sichtbar.

Auf Grund des niedrigen Siedepunktes des Cadmiums wurden sowohl beim Messingbrennen als auch bei der Herstellung von Zink Cadmiumdämpfe frei, die später bei der Zinkherstellung durch fraktionelle Destillation aufgefangen werden konnten.


 

 

Calamine: Galmei


 

 

Calcinieren: Kalzinieren


 

 

calcinierte Soda: kalzinierte Soda


 

 

Calcit: Kalkspat


 

 

Carls-Schacht: James-Grube


 

 

Carolinen-Schacht: James-Grube


 

 

Centrum: Bedeutendste u. mit Abstand ergiebigste Steinkohle-Grube im Eschweiler Kohlberg. Die Grube Centrum wurde seit 1805 von den Familien Wültgens u. Englerth bzw. später vom EBV betrieben.

Um 1850 deckte die Grube ca. 30 % der Gesamtförderkapazität des Aachener Reviers ab (Inde u. Wurm). Die größte Belegschaftsstärke wurde 1855 mit 1348 Beschäftigten erreicht. 1857 erzielte die Grube Centrum mit 206 000 Tonnen die höchste Förderrate ihrer Geschichte. Im Hinblick auf Förderraten, Belegschaftsstärke u. techn. Ausrüstung war die Grube Centrum damals das bedeutendste, in Privatbesitz befindliche Steinkohlenbergwerk Deutschlands.

Die Konzessions-Grenzen der Grube Centrum reichten bis weit in Stolberger Gebiet hinein u. trafen im Bereich der heutigen Prattelsackstr. mit den Markscheiden der Gruben Atsch u. Birkengang zusammen.

In den späten 1880er Jahren begannen sich die Kohlevorräte in der Grube Centrum langsam zu erschöpfen u. der Bergbaubetrieb wurde hier am 28.2.1891 endgültig eingestellt.


 

 

Cerussit: Weißbleierz


 

 

Champion, William (1701-1789): Englischer Pionier u. Unternehmer der Zinkindustrie. (Zink, geschichtliches)


 

 

Chlorkalk: Gelöschter Kalk mit absorbiertem Chlor. Chlorkalk war ein typisches Nebenprodukt des Leblanc- Verfahrens u. wurde in Stolberg von der Rhenania in Bleikammern (Chlorkammern) durch Einwirkung von Chlorgas auf gelöschtem Kalk hergestellt. Das von der Rhenania entwickelte Verfahren wurde weltweit eingesetzt. RÜSBERG, F. (1949) Seite 40

Chlorkalk fand hauptsächlich zur Chlorbleiche in der Papier- u. Textilindustrie Verwendung. Auf Grund der extrem guten Bleichwirkung des Chlorkalkes war man nicht mehr auf den Einsatz weißer Textillumpen angewiesen, sondern konnte auch eingefärbte Textilreste verwenden. Chlorkalk kam in untergeordnetem Maße ebenfalls als Desinfektionsmittel zur Anwendung.

Quellen: OSTEROTH, D. (1985) Seite 45, RÜSBERG, F. (1949) Seite 40


 

 

Chlorwasserstoff (HCl): Farbloses, ätzendes Gas von stechendem Geruch, welches außerordentlich begierig von Wasser gelöst wird. Die wässrige Lösung wird als Salzsäure bezeichnet.

In Stolberg fiel Chlorwasserstoff als Koppelprodukt bei der Herstellung von Soda nach dem Leblanc- Verfahren im Natriumsulfatofen durch die Reaktion von Schwefelsäure (H2SO4) mit Kochsalz (NaCl) an.

2 NaCl + H2SO4 → Na2SO4 + 2 HCl

Während das Natriumsulfat (Na2SO4) im Sodaofen weiterverarbeitet wurde, nutzte man den Chlorwasserstoff zur Gewinnung von Salzsäure in Tourils.


 

 

Christine Schacht: Steinkohle-Grube im Grubenfeld Birkengang


 

 

Cladonia: Flechten


 

 

Cockerill: ursprünglich aus Haslington in der engl. Grafschaft Lancashire stammende Unternehmerfamilie, die dort eine Fabrik zur Herstellung von Spinnmaschinen besaß. William Cockerill sen. (1757-1832) war im dortigen Familienbetrieb als Mechaniker tätig u. verlegte seinen Wohnsitz 1798 nach Verviers, mit dem Ziel, die Geschäfte auf das Festland auszudehnen. Dort waren seine Unternehmungen so erfolgreich, dass er seine Familie mit den drei Söhnen William jun., Charles James u. John aus England nachkommen ließ. In Verviers begann William Cockerill sen. ab 1799 Textilmaschinen zu bauen u. durchbrach somit das bis dahin bestehende engl. Monopol auf Textilmaschinen. 1807 gründete er in Lüttich eine weitere Maschinenfabrik, deren Leitung seine beiden jüngeren Söhne 1812 übernahmen.

Während der älteste Sohn in die bekannte Monschauer Tuchmacherfamlie Scheibler einheiratete, ehelichten die beiden jüngeren Söhne 1813 in einer Doppelhochzeit zwei Töchter der Aachener Tuchmacherfamilie Pastor.

Quellen: KLASS, G. von (1957): Stolberger Zink, Seite 29 ff

John Cockerill (1790-1840) dehnte bald schon seine Aktivitäten auf den Bereich Eisen u. Stahl aus u. gründete in Seraing kurz bei Lüttich die europaweit bekannt gewordenen Maschinenbauanstalten. Er hat außerdem die Entstehung des belgischen Eisenbahnwesens entscheidend beeinflusst. In Aachen gründete John Cockerill eine Wollspinnerei u. eine Maschinenfabrik zur Herstellung von Spinnmaschinen. 1832 erwarb er die Blei- Zinkerzgrube Herrenberg zwischen Verlautenheide u. Haaren. 1837 gründete er die St. Heinrich-Zink-Hütte Münsterbusch unmittelbar an der seinem Bruder gehörenden James-Grube.

Bild
John Cockerill

Als 1838 in Stolberg die Metallurgische Gesellschaft entstand, brachte John Cockerill seine Anteile an der St. Heinrichhütte, das Bergwerk Herrenberg u. weiteren Grubenbesitz in diese Gesellschaft ein.

Quellen: KLASS, G. von (1957): Stolberger Zink, Seite 29 ff

James Cockerill (1787-1837) erwarb die Konzession auf den Münsterkohlberg (Münsterbusch) u. betrieb ab 1825 in der nach ihm benannten Grube den Steinkohle-Abbau in profitablem, großtechn. Maßstab. Zum Abtransport der Kohle baute James Cockerill eine Straße nach Aachen, die ebenfalls nach ihm benannt wurde u. auch heute noch unter gleichem Namen besteht. Als 1838 in Stolberg die Metallurgische Gesellschaft entstand, war James Cockerill der Hauptkapitalgeber.

Bild
James Cockerill

Quellen: KLASS, G. von (1957): Stolberger Zink, Seite 29 ff


 

 

Cockerill Straße: Verbindungsstraße zwischen Münsterbusch u. Eilendorf, die von den Brüdern James u. John Cockerill in den Jahren 1830 bis 1836 zum Transport von Kohle u. Zinkprodukten nach Aachen angelegt wurde.

Quellen: KOHLHAAS, A. (1965) Seite 44,
KLASS, G. von (1957): Stolberger Zink, Seite 29 ff


 

 

Concordia, Eschweiler Gesellschaft für Bergbau u. Hüttenbetrieb: 1853 unter wesentlicher Beteiligung des EBV’s u. seiner Aktionäre gegründete Eisenhüttengesellschaft. Der Hüttenbetrieb, der das heimische Industrierevier von ausländischen Roheisenlieferungen unabhängig machen sollte, wurde 1856 am Ichenberg in Eschweiler mit zwei Hochöfen aufgenommen. Die Anlage wurde später durch einen dritten Ofen erweitert.

Durch einen ebenfalls 1856 geschlossenen Vertrag mit dem EBV verpflichtete sich die Concordia, ihren gesamten Kohlebedarf vom EBV (u. zwar aus dessen Grube Centrum) zu beziehen.

Aus diesem Vertrag ergaben sich, teilweise auch begründet durch die sinkenden Förderraten der Grube Centrum, Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Gesellschaften. Um gerichtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, wurde die Concordia 1873 aufgelöst u. vom EBV übernommen.

Die Concordia verarbeitete u.a. Eisenerze aus der Albertsgrube, die sie zwischen 1853 u. 1859 von der ALLIANZ gepachtet hatte.


 

 

Conrad: Erzfelder


 

 

Contergan: Schlaf- und Beruhigungsmittel, das den Wirkstoff Thalidomid enthielt und in den 1950er Jahren von dem Stolberger Pharma-Unternehmen Grünenthal entwickelt wurde. Bezüglich der Nebenwirkungen galt Contergan sowie der Wirkstoff Thalidomid damals als besonders sicher.

Wie sich später herausstellte, kam es bei der Einnahme von Contergan während der Schwangerschaft häufig zu Missbildungen der Gliedmaßen von ungeborenen Kindern. Diese zunächst unbekannte teratogene Wirkung des Thalidomids führte in den späten 1950er und in den beiden ersten Jahren der 1960er Dekade zur Contergan-Katastrophe mit weltweit mehreren Tausend, zum Teil schwerst behinderten Kindern.

Diese Tragödie leitete in der der Pharmaforschung und Pharmaindustrie einen globalen und nachhaltigen Bewusstseinswandel im Umgang mit Arzneimittelsicherheit ein, der letztlich auch zu erheblich strengeren Anforderungen bei der Zulassung neuer Medikamente führte. 


 

 

Cornelia: Nördl. von Breinig (Schützheide) gelegenes Grubenfeld mit einer Vielzahl von Einzelbergwerken, in welchen fast ausschließlich Eisenerze eingewonnen wurden.

Die Eisenerze bestanden aus Konzentrationen von Eisenoxiden innerhalb der Letten-Füllungen von Schlotten, die sich im Kalkstein u. Dolomit gebildet hatten. Auch metasomatische Relikte des sogenannten Eisernen Hutes (oberer Bereich von hydrothermal gebildeten Lagerstätten), die als ausgedehnte Brauneisen-Krusten vorlagen, wurden abgebaut.

Die Förderung erfolgte ab 1845 in größerem Stil, wobei 1871 eine wesentliche Erweiterung des Grubenfeldes vorgenommen wurde. Hiernach förderte eine Grubenbelegschaft von etwa 300 Leuten bis zu 300 t Eisenerz pro Tag.

Die Grube Cornelia belieferte die Eschweiler Hütte CONCORDIA sowie das Aachener Hüttenwerk Rothe Erde. 1922 wurde der Abbaubetrieb eingestellt.


 

 

Cronenhütte: Ehemaliges Reitwerk an der heutigen Hammerbendstr. in Zweifall. Die um 1800 stillgelegte Cronenhütte soll bereits 1500 bestanden haben u. ist wahrscheinlich nach ihrem Gründer benannt.

Quellen: SCHREIBER, K. und H. (1998) Seite 12,
SCHREIBER, K. und H. (1993) Seite 127


 

 

Crasciniacum: Römischer Name für Gressenich


 

 

Cünzer: Englerth & Cünzer

 

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