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Touristisches


Zinkhütter Hof:

Messing

Zink

Nadeln



 

Museum Zinkhütter Hof

Museum Zinkhütter Hof
Cockerillstraße 90
52222 Stolberg
Tel.: 02402-90313-0
Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-17 Uhr
Sa 14-18 Uhr
So 10-18 Uhr

Der im Stadtteil Münsterbusch gelegene Zinkhütter Hof beherbergt heute das Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Neben der interessanten und wohldokumentierten Dauerausstellung bietet der Zinkhütter Hof exzellent ausgestattete Räume für Veranstaltungen aller Art. Ob Kongresse, Tagungen, Seminare oder Konzerte, die ehemalige Glashütte ist immer ein außergewöhnlicher und besonderer Ort der Begegnung für Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.

Umfangreiches Archivmaterial sowie eine Präsenzbibliothek bieten beste Möglichkeiten zu wissenschaftlicher Recherche. Auf Anfrage bietet die museumspädagogische Abteilung auch ein buntes Programm für Ferienspiele, Kindergeburtstage, Schulausflüge etc an.

Auf dem Außengelände des Museums ist ein mächtiges Eisenrad (ca. 11 m Durchmesser) installiert, welches als Blickfang und themenrelevantes Exponat auf die industriegeschichtliche Ausstellung ganz augenfällig hinweist. Es handelt sich hierbei um ein Schwungrad, das ursprünglich zum Walzwerk der benachbarten Zinkhütte Münsterbusch gehörte.

Geschichtlicher Hintergrund

Zinkhütter Hof
Das Museum befindet sich in einem ursprünglich als Glashütte errichteten Gebäude aus den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Anlage besteht aus einer Produktionshalle, der Verwaltungsvilla und einer länglichen Gebäudezeile, die ursprünglich Hilfsbetriebe (wahrscheinlich Potterie) beherbergte und zu späterer Zeit als Wohnstätte für Arbeiterfamilien genutzt wurde. Hinsichtlich des Erhaltungszustandes und des Zeithorizontes seiner Entstehung kann der Zinkhütter Hof (zumindest für Deutschland) als einzigartiges Beispiel frühindustrieller Zweckarchitektur gelten.

Eine Vielzahl von günstigen Standortbedingungen ließ in und um Stolberg die erste Industrieregion Deutschlands entstehen. Ausschlaggebende Grundlage für die stürmische, frühindustrielle Entwicklung waren lokale, bauwürdige Lagerstätten, die einen Abbau von Zink-, Blei- und Eisenerzen sowie Steinkohle erlaubten.

Schalenblende,
sulfidisches Zinkerz.
Die Verfügbarkeit von Dampfmaschinen und Steinkohle ermöglichte in den immer tiefer bauenden Bergwerken eine effektive Wasserhaltung und ließ auf der Basis neuer Verhüttungsmethoden (Zinkdestillation) eine Zinkhüttenindustrie entstehen, die sich zur Deckung ihres Energiebedarfes im Bereich der Kohlefelder (Münsterbusch, Atsch, Birkengang) ansiedelte. Ebenfalls begünstigt durch die Verfügbarkeit von Kohle entstanden im gleichen Bereich auch Glashütten, welche die Quarzsandvorkommen der Gegend als Rohstoffbasis nutzten.

Die beim Rösten von sulfidischen Erzen anfallende Schwefelsäure wurde, zusammen mit dem ebenfalls lokal verfügbaren Kalkstein, zur Herstellung von Soda verwendet. Die Soda wiederum war wichtiger Grund- bzw. Zuschlagstoff für die Glas-, Seifen- und Waschmittelindustrie, sowie für die Bleichereien des Textilgewerbes.

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Museum siedelten sich in der ersten Hälfte des 19. Jh. mehrere Industriebetriebe an, darunter die St. Heinrichhütte (Zinkhütte), die Jamesgrube (Steinkohlezeche) sowie eine Bleihütte. Insofern befindet sich das nach umfangreichen Sanierungsarbeiten 1996 eröffnete Museum Zinkhütter Hof am richtigen Ort; genau dort nämlich, wo die Industrialisierung in Deutschland begonnen hat.

Insbesondere im östlichen und westlichen Seitenflügel besticht das Innere des Museums durch die beeindruckende Backsteinarchitektur der als Spitzbogen ausgeführten, durchbrochenen Pfeiler- bzw. Tragkonstruktionen. In der Ausstellung werden drei Hauptthemen ausführlich abgehandelt, nämlich Messing, Zink und Nähnadel.

(Ausführliche Beschreibung zum Zinkhütter Hof)


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----- Text: Friedrich Holtz, Fotos: Axel Pfaff -----