


Die Zinkausstellung befasst sich eingehend mit der Verhüttung des Zinks und mit den aus diesem Metall hergestellten Gegenständen. Vom alten Wetterhahn aus dem letzten Jahrhundert, über Putzeimer und Gießkanne, bis hin zur Einheits-Zinkbadewanne der Großmutter, zeigt die Sammlung die ganze Vielfalt der Gerätschaften, die üblicherweise aus Zink hergestellt wurden. Zinkornamentik unterschiedlichster Art versetzt den Besucher zurück in das ausgehende 19. Jh., als Stilelemente des Historismus die damalige Architektur ganz entscheidend geprägt haben.



Die großtechnische Herstellung von Zink wurde erst zu Anfang des 19. Jh. möglich, nachdem die hierfür erforderliche, anspruchsvolle Technologie der Zinkdestillation entwickelt worden war. Die Schwierigkeiten bei der Herstellung von Zink ergaben sich aus dem Umstand, dass bei der Verhüttung nicht flüssiges Zink, sondern Zinkdämpfe entstanden, die sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff zu staubförmigem Zinkoxyd umwandelten. Dieses Problem wurde dadurch gelöst, dass man die bei der Verhüttung entstehenden Zinkdämpfe unter Luftabschluss kondensierte.
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Eine Modellinstallation zeigt die Anordnung von originalen Zinkmuffeln entsprechend ihrer Positionierung in einem Zinkdestillationsofen zusammen mit einer dazu passenden Vorlage.
Als echtes Highlight der Ausstellung werden im Obergeschoss Architekturelemente aus Zink gezeigt, die teilweise als reine Ornamentik ausgeführt sind, teilweise jedoch auch als figürliche Darstellungen in Reliefform oder Vollplastik hergestellt wurden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. war Zinkornamentik in der Architektur als Dekorations-Accessoire höchst beliebt, z.B. in Form von Dachaufsätzen, Gesimsen, Wetterfahnen, Ecktürmchen etc. Die Entwicklung dieses Modetrends wurde von dem königlich-preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel als Spielart des Historismus maßgeblich beeinflusst.



Die Stolberger Firma Kraus, Walchenbach und Peltzer spezialisierte sich auf die Herstellung von Zinkornamentik und bot in ihrem Musterkatalogen über 5000 unterschiedliche Modelle an. Teilhaber dieser Firma war ein gewisser Moritz Kraus, der um 1900 die Stolberger Burg erwarb und wieder aufbaute.
Die Zinkornamentik wurde entweder gegossen (meist Sturzguss) oder durch Formpressen (Tiefziehen) aus Zinkblech hergestellt. In letzterem Fall war häufig ein Zusammenlöten der einzelnen Modellteile erforderlich. Wie einige Exponate verdeutlichen, waren lebensgroße Skulpturen durchaus üblich.