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Touristisches


Zinkhütter Hof:

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Messing

Zink


 

Nadelabteilung im Zinkhütter Hof

Mittelpunkt der im Ostflügel untergebrachten Nadelabteilung und gleichzeitig kennzeichnendes Symbol der Frühindustrialisierung ist eine Dampfmaschine mit einer Leistung von 25 PS aus dem Jahr 1927. Die seitlich angebrachte Riemenscheibe und die Transmissionswellen der Reduziermaschinen deuten auf Zentralantrieb hin, ein weiteres allgemein gültiges Charakteristikum für die Frühzeit der Industrialisierung.

Auch nach Ablösung der Dampfmaschinen durch Elektromotoren, welche betriebseigene, aufwendige Kesselhäuser entbehrlich machten, blieb das Prinzip des Zentralantriebes zunächst erhalten. Die einfache und unkritische Verlegung der Versorgungsleitungen (Kabel statt Dampfrohre) erlaubte den Einsatz von dezentralen Antriebseinheiten für einzelne Maschinengruppen, wodurch die Kraftübertragung durch Transmissionen erheblich vereinfacht wurde. Letztlich führte diese Entwicklung zum Einzelantrieb und zur heute fast schon üblichen Verwendung von mehreren Elektromotoren für eine einzige Maschineneinheit.

Die ausgestellten Produktionsmaschinen verdeutlichen nicht nur den Fertigungsablauf von Nähnadeln, sondern auch die Entwicklung und den unterschiedlichen Einsatz von Antriebsaggregaten.

Die Aachener Region galt als bedeutendes Zentrum deutscher Nadelproduktion. "Aachener Nadeln" waren nicht nur im Inland, sondern weltweit gefragt. Die urkundlich belegte Geschichte der Aachener Nadel reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Während bereits aus dem Jahr 1584 eine Zunftrolle bekannt ist, gaben sich die Nadler 1615 erstmals eine Zunftordnung. Das 19. Jahrhundert war geprägt durch eine gewisse Mechanisierung einzelner Arbeitsschritte, wie beispielsweise die Herstellung der Öhre mit Hilfe von Fallhammer und Spindelpresse.

Umfang und Bedeutung der Aachener Nadelindustrie lassen sich ermessen, wenn man bedenkt, dass es um 1900 in Aachen 29 Nadelfabriken mit einer Belegschaft von insgesamt 4.022 Menschen gegeben hat.

Die Ausstellung dokumentiert am Beispiel von authentischen Maschinen und Werkzeugen die einzelnen Arbeitsschritte vom Draht bis zur Kontrolle des fertigen Produktes. Darüber hinaus verdeutlicht die Typenvielfalt der Nadeln die speziellen und unterschiedlichsten Anforderungen, die seitens der Textilindustrie gestellt wurden.

Bei der Endkontrolle wurden die Nadeln eng nebeneinander gelegt und mit dem kleinen Finger in Drehbewegung versetzt. Hierbei ließen sich Krümmungen sowie Abweichungen der Länge, der Spitzen und der Oberflächenbeschaffenheit erkennen, und fehlerhafte Exemplare konnten mit dem kleinen Finger "ausgeklinkt" werden. Der kleine, hochgestreckte Finger, "der Klenkes", wurde zum Begrüßungs- und Erkennungszeichen der Aachener.


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----- Text: Friedrich Holtz, Fotos: Axel Pfaff -----