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Zunächst veranschaulicht eine Tischvitrine das traditionelle, fast archaische Verfahren der Messingherstellung. Ein Schmelztiegel und die zum Brennen von Messing erforderlichen Grundstoffe Galmei, Rohkupfer sowie Holzkohle verdeutlichen das sogenannte Galmeiverfahren, welches bis zum 18. Jh. die einzige Möglichkeit darstellte, Messing zu produzieren.



Das erschmolzene Messing wurde in Formen vergossen, die aus je zwei übereinander liegenden, von einem Rahmen aus Vierkanteisen auf Abstand gehaltenen Granitplatten bestanden.

Zur Weiterverarbeitung dieser gegossenen Messingplatten zu Messingblech benötigte man mechanische Hämmer, da Walzwerke bis zum ausgehenden 18. Jh. noch nicht bekannt waren. Natürlich erforderten diese Hämmer mechanische Antriebsenergie, die damals nur von Wasserrädern geliefert werden konnte.

Ein Wasserrad mit Mühlenbaum leitet über zum Nachbarraum, wo sich der Nachbau eines Tiefhammers befindet. Derartige Hammerwerke dienten der Herstellung von sogenannten Tiefwaren, wie beispielsweise Kessel, Kannen, Schüsseln, Teller etc.
Eindeutig dominiert
wird der Raum vom sogenannten "Goldenen Tor zur Welt",
welches mit Messingwaren aller Art dekoriert ist und die Export-
und Handelsverbindungen der Kupfermeister symbolisiert. Spätestens
im 18. Jh. beherrschten Stolberger Kupfermeister die Messingmärkte
monopolartig und exportierten sowohl Plattenmessing als auch Fertigwaren
nach ganz Europa. Insbesondere Fertigprodukte fanden ihren Weg
in die ganze Welt, wobei Afrika als Absatzmarkt eine bedeutende
Rolle spielte.
Auch die Produktbezeichnungen wie beispielsweise Lissabonner Pfanne, Afrika-Pfanne oder Guinea-Kessel lassen die internationalen Bestimmungsorte dieser Handelswaren erkennen. Weniger offensichtlich, aber dennoch vorhanden ist dieser Zusammenhang bei den sogenannten Kalabassen und dem Calabar Tablett. Beide Begriffe leiten sich von der Nigerianischen Hafenstadt Calabar ab.


Das Verfahren des Austreibens von Tiefwaren mit Hilfe von Hammerwerken wurde zu frühindustrieller Zeit abgelöst durch die Verwendung von Drückbänken. Eine Drückbank ist ähnlich ausgelegt wie eine Dreh- oder Drechselbank. Im Gegensatz zum Drehen oder Drechseln jedoch handelt es sich beim Drücken nicht um eine spangebende, sondern um eine plastische Verformung.
Zur Formgebung fanden runde Stahl- bzw. Holzmodelle Verwendung, deren Kontur und Gestalt dem Innenraum der herzustellenden Hohlgefäße entsprachen. Der flache, ebenfalls runde Blechrohling (die sogenannte Ronde) wurde in konzentrischer Lage mittels Reitstock gegen den meist ebenen Teil der Form gespannt, der den Gefäßboden ausbilden sollte. Ronde und Form wurden alsdann in Rotationsbewegung versetzt. Mit dem stark abgerundeten Ende eines gleichfalls runden Eisenstabes (Drückstahl) wurde, am Rand des Gefäßbodens beginnend und nach außen hin fortsetzend, die rotierende Ronde mit kräftigem Druck gegen den Formkörper gepresst. Hierdurch wurde das Blech entsprechend der vorgegebenen Kontur verformt und schmiegte sich der Geometrie des Modells an.

Das Prinzip des Metalldrückens weist bereits charakteristische Merkmale industrieller Fertigung auf. Während beim Aushämmern eines Werkstückes die Formgebung noch vom Hammerknecht entscheidend beeinflusst wurde, war beim Metalldrücken die Endform des Produktes durch das Modell fest vorgegeben. Wichtiger noch waren erhebliche Reduzierungen der Stückzeiten, die sich durch das neue Verfahren erreichen ließen und durchaus den Faktor 10 erreichen konnten. Somit waren alle Voraussetzungen für eine industrielle Massenfertigung gegeben.

Weitere Exponate weisen anschaulich darauf hin, dass die Herstellung und Verarbeitung von Kupferlegierungen aller Art auch gegenwärtig noch eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt spielt.
